Donnerstag, 23.04.2015

Deutschland vor den Europaspielen

DOSB mit Boll und Ovtcharov

Angeführt von Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann, dem früheren Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen und den Tischtennis-Stars Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov reist der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zur Premiere der Europaspiele in Baku/Aserbaidschan. Insgesamt nominierte der Dachverband 267 Athleten aus 16 Sportarten.

Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov werden auch in Baku für Deutschland antreten
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Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov werden auch in Baku für Deutschland antreten

Auf der aktuellen Nominierungsliste stehen allerdings derzeit noch deutlich mehr als 267 Namen, da in vier Sportarten (Bogenschießen, Kanu, Volleyball und Wasserspringen) Kader nominiert worden sind, aus denen die Trainer in den nächsten Wochen eine Auswahl treffen werden.

"Afrikaner, Amerikaner und Asiaten veranstalten seit Jahrzehnten die African, Panamerican und Asian Games mit ebenso großem Erfolg wie die Erben des britischen Empire ihre Commonwealth Games. Es gab innerhalb Europas den Wunsch, ebenfalls eigene Spiele ins Leben zu rufen. Baku ist dafür der Startpunkt", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper: "Wir sind gespannt, wie sich das Format bewährt und wie es weiterentwickelt wird. Ich freue mich auf diese Premiere."

Europaspiele von besonderer Bedeutung

Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission und Vorstand Leistungssport im DOSB, geht mit einer differenzierten sportlichen Prognose an die Premiere der Europaspiele heran: "Im Fokus stehen die Sportarten, bei denen es möglich ist, sich direkt für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren."

Dies sind Tischtennis, Schießen und Triathlon, wo jeweils die Sieger ein Ticket für Rio erhalten. Darüber hinaus seien "diese Europaspiele von besonderer Bedeutung für alle Sportarten, in denen es Qualifikationsplätze oder Ranglistenpunkte zur Qualifikation für Rio gibt." Die übrigen Sportarten und Disziplinen würden vor allem zum Leistungsaufbau genutzt, so Schimmelpfennig.

DOSB: Beunruhigt über Pressefreiheit vor Ort

Die Spiele in dem autoritär geführten Staat am Kaspischen Meer haben für den DOSB auch eine starke politische Komponente, wie Vesper unterstrich: "Mit Blick auf die Europaspiele sind wir gerade über die Einschränkung der Pressefreiheit und die Repressalien gegen Journalisten und Medien beunruhigt. Wir werden die Themen selbstverständlich bei unseren Gesprächen vor Ort und mit Vertretern des Gastgeberlandes ansprechen."

Zu den Europaspielen werden insgesamt 6000 Athletinnen und Athleten sowie 3000 Betreuer erwartet. In 16 olympischen und vier nicht-olympischen Sportarten geht es in 253 Wettbewerben um Medaillen.


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