Dienstag, 24.05.2016

Olympia: Nachtests von Peking

Tschitscherowa unter Doping-Verdacht

Die russische Hochsprung-Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa steht übereinstimmenden russischen Medienberichten zufolge unter Doping-Verdacht. Nach Angaben ihres Trainers Jewgeni Sagorulko soll der Nachtest einer Dopingprobe der 33-Jährigen von den Sommerspiele in Peking 2008 positiv gewesen sein.

Bei den Spielen in London holte Anna Tschitscherowa Gold
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Bei den Spielen in London holte Anna Tschitscherowa Gold
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Die russische Hochsprung-Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa steht übereinstimmenden russischen Medienberichten zufolge unter Doping-Verdacht. Nach Angaben ihres Trainers Jewgeni Sagorulko soll der Nachtest einer Dopingprobe der 33-Jährigen von den Sommerspiele in Peking 2008 positiv gewesen sein. "Anna hat vor drei Tagen die Nachricht erhalten, dass eine Probe positiv war", wurde Sagorulko am Dienstag von der Nachrichtenagentur TASS zitiert: "Im Moment ist dies noch nicht offiziell bestätigt worden, aber wir sind uns der Tatsache bewusst und müssen damit umgehen."

Am Dienstagnachmittag bestätigte das russische olympische Komitee (ROC) einen Bericht der TASS, wonach von den in der vergangenen Woche bei Nachtests von Peking positiv getesteten 31 Sportlern insgesamt 14 russische Athleten seien. Die Namen nannte das ROC nicht.

Am Abend veröffentlichte der Fernsehsender TV Match eine Liste der angeblich überführten Sportler. Darunter befanden sich neben Tschitscherowa weitere neun Medaillengewinner. Den bisher unbestätigten Angaben zufolge zählen dazu auch 4x100m-Staffelolympiasiegerin Julia Tschermoschanskaja oder die spätere Speerwurf-Weltmeisterin Marija Abakumowa, die in Peking Silber vor Christina Obergföll gewann. Auch zwei Medaillengewinner im Gewichtheben und Ruderer Alexander Kornilow sollen zu den überführten Athleten zählen.

Mindestens 15 Gewinner gedopt

Tschitscherowa ist eine der herausragenden Leichtathletinnen Russlands. Bei den Spielen in Peking gewann sie die Bronzemedaille, vier Jahre später holte sie Gold in London. Seit 2007 kam sie bei jeder Weltmeisterschaft auf das Podest, 2011 wurde sie Weltmeisterin - nur ein Jahr nach der Geburt ihres Kindes.

Auch für die Spiele in Rio war sie eine der Medaillenanwärterinnen, sollte die Suspendierung des russischen Leichtathletik-Verband RUSAF im Vorfeld noch aufgehoben werden. Darüber entscheidet der Weltverband IAAF voraussichtlich am 17. Juni in Wien.

Sollten sich die TASS-Informationen bewahrheiten, wäre dies für die unter Druck geratene Sport-Großmacht ein weiterer Rückschlag. Nach dem Ausschluss der RUSAF und der massiven Doping-Vorwürfe bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit angeblich mindestens 15 gedopten russischen Medaillengewinnern mehren sich derzeit die Stimmen, die ein Aus des gesamten russischen Teams für die Sommerspiele in Rio (5. bis 21. August) fordern.

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