Donnerstag, 12.05.2016

Olympia 2020: Bestechungsvorwürfe gegen Lamine Diack

Angebliche Zahlung belastet Tokio 2020

Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele 2020 in Tokio gerät angesichts neuer Bestechungsvorwürfe unter Druck. Die französische Polizei untersuche bereits Zahlungsvorgänge um Lamine Diack, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Lamine Diack (l.) war lange Mitglied des IOC
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Lamine Diack (l.) war lange Mitglied des IOC

Vor und nach der Olympia-Vergabe im Jahr 2013 sollen insgesamt 1,3 Millionen Euro in mehreren Tranchen auf ein Konto geflossen sein, das mit Papa Massata Diack, Sohn des ehemaligen Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Lamine Diack, in Verbindung gebracht wird. Die französische Polizei untersuche die Zahlungsvorgänge bereits, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Lamine Diack, von 1999 bis 2013 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), soll zusammen mit weiteren Beschuldigten innerhalb der IAAF ein Korruptionssystem installiert haben, um unter anderem positive Dopingproben gegen Zahlungen von Schmiergeldern zu vertuschen. Diack soll dabei mehr als eine Million Euro kassiert haben. Papa Massata Diack wird im IAAF-Korruptionsskandal Beihilfe zur Bestechlichkeit, Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen.

Tokios OK wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. "Das Organisationskomitee weiß nichts von diesen Anschuldigungen. Wir glauben, dass die Spiele aufgrund der besten Bewerbung an Tokio vergeben wurden", sagte Sprecherin Hikariko Ono.

Nicht die erste Kritik an Tokio

Das IOC teilte mit, es sei in Kontakt mit den französischen Behörden: "Das IOC ist jetzt Zivilpartei im Verfahren der französischen Justiz." IOC-Präsident Thomas Bach betonte: "Das IOC hat alle Instrumente und die Entschlossenheit, effektiv gegen Korruption zu kämpfen. Aber wie andere Organisationen sind wird nicht immun gegen Fehlverhalten. In solchen Fällen haben wir nachweislich schnell reagiert."

Es ist nicht das erste Mal, dass die Olympia-Vergabe an Tokio Fragen aufwirft. So hatte es unter anderem in einer Fußnote im zweiten Teil des Berichts der unabhängigen WADA-Untersuchungskommission geheißen, dass Istanbul, Bewerberstadt für Olympia 2020, die Unterstützung Diacks verlor, weil die Türkei keinen Sponsorendeal in Millionenhöhe abschloss. Grundlage ist ein Transkript eines Gesprächs zwischen türkischen Vertretern und einem Sohn Diacks. Letztendlich bekam Tokio den Zuschlag.


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