Sonntag, 24.04.2016

Bauliche Schwachstellen vorhanden

Medien: Radweg-Mängel waren bekannt

Den Machern der Sommerspiele in Rio waren angeblich seit Monaten bauliche Schwachstellen des Küsten-Radwegs bekannt, dessen partieller Einsturz am Donnerstag zwei Todesopfer gefordert hat.

Die baulichen Schwächen des Olympia-Radwegs in Rio de Janeiro kosteten zwei Menschenleben
© getty
Die baulichen Schwächen des Olympia-Radwegs in Rio de Janeiro kosteten zwei Menschenleben

Wie das brasilianische Portal Globo berichtete, sei bereits im vergangenen Juli in einem Bericht der städtischen Finanzbehörde auf Risse und Vertiefungen in der Konstruktion hingewiesen worden. Die Behörde habe eine Behebung angemahnt, ohne eine Antwort erhalten zu haben, hieß es weiter.

Dem widersprach allerdings das zuständige Sekretariat der Stadt Rio. "Wir haben eine Antwort darauf gegeben. Die angesprochenen Risse fanden sich nicht in der Struktur, sondern in der Beschichtung. Sie wurden behoben", teilte das Sekretariat der Nachrichtenagentur AFP mit.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes erklärte am Samstag auf einer Pressekonferenz, diese Tragödie hätte sich nicht ereignet, "wenn das Bauwerk perfekt gewesen wäre". Der Politiker verwies darauf, man habe "alle Punkte angegangen, auf die wir aufmerksam gemacht wurden."

Einweihung erst im Januar

Zugleich räumte Paes ein, dass die Präfektur ein Warnschild hätte aufstellen müssen, welches bei starkem Wellengang die Nutzung des Weges verbietet. "Dafür fühle ich mich komplett verantwortlich", sagte der 46-Jährige.

Einen Verantwortlichen hat der Bürgermeister offenbar gefunden: Der Präsident der städtischen Organisation Geo-Rio, die mit der Aufsicht über das Projekt betraut war, sei entlassen worden, so Paes.

Bei dem Einsturz des erst im Januar eröffneten, rund zehn Millionen Euro teuren Weges, waren ein 54 und ein 60 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Die Suche nach einer vermissten dritten Person wurde am Samstag eingestellt. Weitere Personen wurden nicht als vermisst gemeldet.

Videos zeigen drei heftige Wellen, die von unten nahezu ungebremst auf den Radweg einpeitschen. Nach der zweiten Welle mischt sich gelber Schlamm in die Gischt, nach der dritten klafft ein etwa 50 Meter breites Loch an der Küste.


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