Olympia

Paris, Hamburg oder Boston?

SID
Tröger warnt Hamburg vor der großen Konkurrenz aus Paris um Olympia 2024
© getty

Im Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 hält IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger (86) Paris für den größeren Konkurrenten Hamburgs als Boston. "Wenn Paris antritt, gehört es immer zu den Favoriten", sagte Tröger der Sport Bild. Boston sei dagegen international zu unbedeutend, um Gastgeber von Sommerspielen zu sein.

"Ich habe nie die Meinung geteilt, dass Boston Favorit ist. Im Gegenteil: Es gibt sicherlich zehn Metropolen in den USA, die zur Ausrichtung der Spiele besser geeignet wären als Boston", sagte Tröger, der von 1992 bis 2002 Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees war und 26 Olympische Spiele als Sportfunktionär besucht hat.

Tröger hält Boston für ebenso chancenlos wie Leipzig bei der gescheiterten Bewerbung um die Sommerspiele 2012. "Wer im IOC der Ansicht war, dass Leipzig für die Ausrichtung der Spiele nicht geeignet ist, der ist mit den gleichen Argumenten auch gegen Boston", sagte der Funktionär.

Einsatz von Merkel gefordert

Zudem widerspricht Tröger der These, dass Olympische Spiele in den Jahren 2024 und 2028 nicht auch nacheinander zwei Mal in Europa (Paris und Hamburg) ausgetragen werden können. "Das IOC entscheidet nicht nach kontinentalen Gesichtspunkten", sagte der 86-Jährige. Wichtiger seien Konzepte und massive politische Unterstützung. Deshalb erwartet Tröger, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich einbringt: "Frau Merkel soll und wird sich für die Spiele in Deutschland starkmachen. Sie muss wissen, dass Olympische Spiele für ein Land noch bedeutender als eine Fußball-WM sind."

Die Hamburger Bürger entscheiden in einem Olympiareferendum voraussichtlich am 29. November über die Bewerbung um die Sommerspiele 2024. Neben Boston, Paris und Hamburg hat Rom seine Kandidatur angekündigt. Die offiziellen Bewerbungsunterlagen und Garantieerklärungen müssen bis zum 8. Januar 2016 beim IOC eingereicht werden, die Entscheidung fällt im September 2017 in Lima (Peru).

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