Mittwoch, 19.03.2014

Hörmann will keine Reform à la Bach

Debatte dauert bis Ende 2014

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat für die im deutschen Spitzensport geplante Strukturreform eine ähnlich große Transparenz wie bei Thomas Bachs "Agenda 2020" für das Internationale Olympische Komitee (IOC) abgelehnt.

Seit dem vergangenen Jahr ist Alfons Hörmann Vorsitzender des DOSB
© getty
Seit dem vergangenen Jahr ist Alfons Hörmann Vorsitzender des DOSB

"Es wird keinen Aufruf zum Mitmachen geben. Uns erreichen so schon genug Vorschläge", sagte Hörmann in Berlin, meinte aber auch: "Jede Idee ist willkommen."

Hörmann-Vorgänger Bach hatte für seine Agenda im IOC zuletzt um Vorschläge per E-Mail gebeten und zur öffentlichen Diskussion aufgerufen. Dass es nach dem mäßigen Abschneiden der deutschen Mannschaft bei Olympia in Sotschi eine Strukturreform insbesondere bei der Finanzierung des deutschen Spitzensports geben müsse, darüber ließ Hörmann erneut keinen Zweifel. "Mit jedem Verband werden derzeit Analysen aufgestellt und Strategien entwickelt", erklärte der DOSB-Boss dem Sportausschuss im Deutschen Bundestages. Das benötige Zeit. Bis zur DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember soll der Prozess "weitgehend beendet" sein.

"Ich finde es gut, dass der DOSB-Präsident den Bedarf einer Strukturreform erkannt hat", sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Ausschusses. "Ich hoffe nur, dass er die Debatte auch bis zum Schluss offen führt und seine Ankündigungen von Veränderungen wahr machen wird", sagte die SPD-Politikerin.

Breite Förderung favorisiert

Bei der Finanzierung des Spitzensports favorisiert Hörmann nach wie vor eine breite Förderung. Die Niederlande, die in Sotschi in einer Sportart (Eisschnelllauf) mehr Edelmetall geholt hat, als Deutschland mit seiner gesamten Mannschaft, sei kein Vorbild. "Mir sind zehn Medaillen aus fünf Sportarten lieber, als 20 aus einer", sagte der Allgäuer.

Allerdings sei es mehr als fraglich, ob jede Sportart weiterhin in der bisherigen Form unterstützt werde. Auch werde man die Frage nach der persönlichen Verantwortung stellen. Im Trainerbereich könnten sich bereits in zwei, drei Wochen erste Veränderungen ergeben, deutete der 53-Jährige an.

Dem Sportausschuss sagte Hörmann, dass Deutschland in Sotschi mit 19 Medaillen das Ziel (30) "nicht erreicht" habe. Auch über das Verfehlen des Medaillenkorridors (27 bis 42 Medaillen), den der DOSB vor Olympia aufgestellt hatte, wurde mit den Sportpolitikern hitzig diskutiert. Dabei habe es laut Hörmann auch kuriose Anmerkungen gegeben. Hörmann: "Ein Vorschlag, in Zukunft vor Olympischen Spielen einen Korridor von 0 bis 45 Medaillen aufzustellen, stellt für mich keine Lösung dar."


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