Freitag, 17.02.2012

Vier britische Nationalteams erstmals seit 1960 wieder vereinigt

"Team GB": Olympia-Fußballer spalten die Nation

Nachdenklich blickte Stuart Pearce in das weite Rund des Londoner Wembley-Stadions. Der Trainer des britischen Fußball-Olympia-Teams mochte sich kürzlich bei einem Ortstermin nicht wirklich freuen. Auf dem Weg zu den Olympischen Sommerspielen in London haben Pearce und sein "Team GB" mit vielen Widerständen zu kämpfen.

David Beckham und Ryan Giggs (v.l.n.r.) wieder in einem Team? Olympia könnte es möglich machen
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David Beckham und Ryan Giggs (v.l.n.r.) wieder in einem Team? Olympia könnte es möglich machen

Im Vorfeld hatte es harsche Kritik für das ehrgeizigste Fußball-Projekt in Großbritannien seit der Einführung der Premier League (1992) gegeben. Die Nationalverbände von Nordirland, Schottland und Wales sehen in dieser Mannschaft eine Bedrohung ihrer sportlichen wie institutionellen Eigenständigkeit. Zusammen mit den Engländern zu spielen, passt nicht in ihr Selbstverständnis.

"Schottische Spieler, die bei Olympia antreten, könnten bei ihren Fans von der Tartan Army in Ungnade fallen", befürchtet Stewart Reagan, Geschäftsführer der Scottish FA. In mehreren Stadien in Schottland und Wales hatte es zuvor Proteste gegen das "Team GB" gegeben. Verbandsobere und Branchengrößen wie Manchester Uniteds Trainerlegende Sir Alex Ferguson distanzierten sich von der Auswahl.

Beckham und Giggs sollen Team anführen

"Ich finde es traurig, dass die Verbände das Team ablehnen", erklärte Pearce der BBC, "denn bei der FIFA hat niemand ihre Unabhängigkeit angezweifelt." Erstmals seit 1960 startet das Vereinigte Königreich bei Olympia 2012 wieder mit einer Fußball-Auswahl. Es könnte zu einer Riesenshow werden, denn Superstars wie David Beckham oder Ryan Giggs sollen das "Team GB" zu olympischen Ehren führen.

Als Pearce sich an die Arbeit machte, diesen interessanten Mix aus vier Mannschaften zu bilden, die normalerweise eigenständig an den Wettbewerben der FIFA und UEFA teilnehmen, war die Resonanz hervorragend. Das Votum der 191 kontaktierten Spieler fiel überwältigend aus. Trotz aller Widrigkeiten bekam der Interimstrainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft im Januar die Zusage von 184 Profis aus allen Teilen Großbritanniens.

Auch die Waliser Gareth Bale von Tottenham Hotspur und Aaron Ramsey, beim FC Arsenal Teamkollege des deutschen Nationalspielers Per Mertesacker, wollen dabei sein. Prominenteste Befürworter des britischen Olympia-Abenteuers sind jedoch Beckham vom US-Profiklub Los Angeles Galaxy und Ryan Giggs von Manchester United.

Mit der Führung des "Team GB" könnte sich der 38-jährige Giggs fast fünf Jahre nach seinem Abschied aus der walisischen Nationalmannschaft einen Traum erfüllen. Eine Sonderregelung lässt die Teilnahme von älteren Spielern ("Over Agers") wie Giggs und dem 36 Jahre alten Beckham zu.

Manchester United - Die besten Spieler aller Zeiten
Eine Umfrage des ManUtd-Klubmagazins und der Vereinshomepage ergab folgendes: Platz 10: Wayne Rooney (seit 2004 bei Manchester United)
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Eine Umfrage des ManUtd-Klubmagazins und der Vereinshomepage ergab folgendes: Platz 10: Wayne Rooney (seit 2004 bei Manchester United)
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Platz 9: Peter Schmeichel (von 1991 - 1999 bei Manchester United, 292 Spiele)
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Platz 8: Roy Keane (von 1993 - 2005 bei Manchester United, 480 Spiele)
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Platz 7: David Beckham (von 1991 - 2003 bei Manchester United, 265 Spiele)
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Platz 6: Paul Scholes (seit 1991 bei Manchester United)
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Platz 6: Paul Scholes (seit 1991 bei Manchester United)
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Platz 5: Cristiano Ronaldo (von 2003 - 2009 bei Manchester United, 292 Spiele)
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Platz 4: Sir Bobby Charlton (von 1953 - 1973 bei Manchester United, 758 Spiele)
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Platz 3: George Best (von 1961 - 1974 bei Manchester United, 470 Spiele)
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Platz 2: Eric Cantona (von 1992 - 1997 bei Manchester United, 144 Spiele)
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Platz 1: Ryan Giggs (seit 1987 bei Manchester United)
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An englischer Symbolfigur Beckham scheiden sich die Geister

Da das Internationale Olympische Komitee im Gegensatz zum Fußball-Weltverband (FIFA) und zur Europäischen Fußball-Union (UEFA) nur eine Mannschaft pro Nation zulässt, ist es für die vier britischen Verbände nicht möglich, ihre eigenen Teams zu Olympia zu schicken. Bis 1972 gab es eine gemeinsame britische Amateur-Nationalmannschaft, die den Olympiasieger von 1908 und 1912 bei Olympischen Spielen hätte vertreten können.

Nach 1964 aber konnte sich das Vereinigte Königreich nicht mehr für Olympia qualifizieren und so wurde ab 1976 auf die Teilnahme verzichtet. Für Londons OK-Chef Sebastian Coe hat das Turnier bei den Spielen in London jetzt aber eine hohe Signalwirkung: "Fußball ist ein Teil unserer nationalen Seele", sagte der ehemalige Weltklasse-Leichtathlet der Zeitung "The Guardian".

Der Konflikt zwischen Pearce und den britischen Verbänden lässt jedoch kaum olympische Vorfreude aufkommen. Vor allem an Beckham scheiden sich die Geister. "Er wird dem britischen Team mit Sicherheit helfen", sagt der Fußball-Ökonom Tom Cannon von der Universität Liverpool, "aber Beckham ist eine englische Symbolfigur und schottische, nordirische oder walisische Fans werden ihn ungern in der Mannschaft sehen wollen."

Für Beckham selbst ist Olympia eine Frage der Ehre. "Es wäre für mich etwas ganz Besonderes, dieses Team zu führen", sagte der im Londoner Osten aufgewachsene Mittelfeldspieler. Ob er dabei sein wird, ist noch ungewiss. Pearce hat bis zum ersten Anstoß am 26. Juli in Manchester andere Probleme. Der 78-fache englische Nationalspieler muss aus rund 180 Kandidaten einen 18-Mann-Kader bilden.

David Beckham in Los Angeles
Am 13. Juli 2007 wird David Beckham offiziell bei LA Galaxy vorgestellt. Er soll nicht nur als Spieler, sondern auch als Botschafter der MLS fungieren
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Er wäre sicherlich auch ein guter Torwart geworden. Beckham in Hong Kong
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Familie Beckham beim Basketball: Links David, rechts das ehemalige Spice Girl Victoria, die jetzt ihr eigenes Modelabel besitzt
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Auch bei den amerikanischen Frauen kam David Beckham gut an, wie man hier sieht
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Andenken vom Weltstar aus London sind in den USA sehr begehrt
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Bei diversen Testspielen traf Becks immer auf alte Bekannte. Hier zur linken der Brasilianer Ronaldinho
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Zu Beginn seiner Zeit in Los Angeles lief es allerdings gar nicht gut. Verletzungen verhinderten regelmäßige Einsätze
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Beim Basketball gab es einen netten Plausch mit Hollywood-Star Denzel Washington
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In seiner zweiten Saison bei Galaxy lief es besser für Beckham: fünf Tore und acht Vorlagen
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Zwei Weltstars unter sich: David Beckham (l.) und Thierry Henry. Die MLS zieht seit jeher Superstars der älteren Jahrgänge an
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Hier das nächste Beispiel: Galaxy-Kapitän Landon Donovan (M.) und David Beckham (r.) begrüßen zur Saison 2010/2011 Robbie Keane
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Das obligatorische Oben-Ohne-Bild, das in keiner Beckham-Diashow fehlen darf
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