Montag, 05.07.2010

Olympia

Umweltschützer zwingen München 2018 zum Umplanen

Die Münchner Organisatoren haben mit Blick auf die Olympia-Bewerbung 2018 ihr Konzept geändert. Nach Protesten sollen Biathlon und Langlauf nun nahe Ohlstadt ausgetragen werden.

Oberbürgermeister Christian Ude und die Organisatoren müssen umplanen
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Oberbürgermeister Christian Ude und die Organisatoren müssen umplanen

Nach Protesten von Landbesitzern hat der Kandidat München 2018 sein größtes Problem auf dem Weg zum vierten Olympia auf deutschem Boden beseitigt: Knapp ein Jahr vor der Vergabe der Winterspiele 2018 am 6. Juli 2011 in Durban/Südafrika änderten die Münchner Organisatoren um Bewerbungschef Willy Bogner ihr Sportstättenkonzept. Biathlon und Langlauf sollen nicht in Oberammergau, sondern nahe der Bob-Hochburg Ohlstadt ausgetragen werden. Dies bestätigte Bogner am Montag in München.

"Das Internationale Olympische Komitee wird kein Problem mit der Änderung haben. Ohlstadt ist nicht weiter entfernt von Garmisch-Partenkirchen als Oberammergau", sagte Michael Vesper, Aufsichtsratschef von München 2018. Schon allein deswegen nicht, weil das IOC am 22. Juni dem Rivalen Annecy empfahl, sein Konzept aufgrund zu großer Entfernungen zu ändern.

Dennoch war Frankreichs Vertreter an diesem Tag neben Pyeongchang/Südkorea und München offiziell zum Kandidaten für 2018 ernannt worden. Alle drei müssen die endgültige Fassung bis 11. Januar 2011 im Bidbook beim IOC einreichen.

Vesper erwartet keine Probleme in Ohlstadt

Für Vesper ist klar, dass es in Ohlstadt ähnliche Probleme nicht geben kann: Die Anlagen sollen auf dem Gestüt Schwaiganger errichtet werden, das seit 90 Jahren in Staatsbesitz ist und vergleichsweise nahe an der Autobahn A95 liegt.

Ein ähnliches Bürgerbegehren in Garmisch-Partenkirchen scheint aktuell kein Thema zu sein. Dort hatten sich Probleme mit 30 Grundbesitzern abgezeichnet.

"Das Gebiet auf dem Schwaiganger erfüllt alle Streckenanforderungen, die das IOC und die internationalen Sportfachverbände vorsehen. Wir haben ein Jahr vor den Spielen Planungssicherheit in den Nordischen Wettbewerben", so Willy Bogner.

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Gestüt Schwaiganger liegt in optimaler Lage

Das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger liegt in Ohlstadt, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, und ist vom Snow-Village, dem Athletendorf im Schneepark, in 20 bis 25 Minuten zu erreichen. Gleichzeitig liegt der Schwaiganger näher an München.

Der Münchner Bewerbungschef betonte: "Oberammergau wäre ein guter Standort für die nordischen Disziplinen gewesen. Wir haben der Gemeinde das Angebot gemacht, Austragungsort Olympischer und Paralympischer Winterspiele zu werden. Leider haben die Grundstückeigentümer diese Chance nicht genutzt."

Grundstücksbesitzer in Oberammergau fürchteten nach Darstellung von Umweltschützern große Eingriffe in die Natur. Sie sollten ihr Land vom 1. April 2016 bis zum 31. Juli 2018 abtreten. Pro Hektar wären 15.000 Euro Entschädigung pro Jahr gezahlt worden.

Bürgerinitiative legt 773 Unterschriften vor

Eine Bürgerinitiative hatte am Freitag in dem renommierten Passionsspielort 773 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen Olympia vorgelegt. 400 Stimmen wären nötig gewesen. Bei der nächsten Sitzung am 14. Juli muss der Gemeinderat über die Zulassung des Bürgerbegehrens entscheiden. Sie spielt in den Münchner Plänen nun keine Rolle mehr.

"Die Kritik muss man hinnehmen, wie es in der Demokratie üblich ist. Es gibt keinen Zwang, Olympische Spiele gut zu finden", sagte Boner, er verwies jedoch darauf: "Die klare Mehrheit hat den Traum von freundlichen Spielen 2018 in München. Und wir wollen die umweltfreundlichsten Spiele seit 20 Jahren organisieren."

Stadt München plant Olympisches Dorf


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