Montag, 15.03.2010

Olympia 2018

Bach: "Paralympics wichtiger Punkt für München"

IOC-Vizepräsident Thomas Bach bescheinigt München gute Chancen bei der Olympia-Bewerbung für 2018. Als Vorteil sieht er die optimalen Bedingungen für die Paralympics.

Thomas Bach ist seit 2006 wieder Vizepräsident des IOC
© sid
Thomas Bach ist seit 2006 wieder Vizepräsident des IOC

Olympia-Zuschlag dank Paralympics? Die Kompetenz in Sachen Behindertensport könnten der Münchener Olympia-Bewerbung für 2018 einen vielleicht entscheidenden Vorteil verschaffen. "Ich denke, dass die Paralympics ein wichtiger Punkt für München sein können", sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

"Die Paralympischen Spiele sind für uns ein ganz wichtiger Teil der Bewerbung, denn die paralympische Bewegung in Deutschland ist sehr stark", sagte Bach, der die Eröffnungsfeier der Paralympics von Vancouver sowie einige Wettkämpfe des Eröffnungswochenendes vor Ort verfolgte.

Er sagte: "Ich glaube nicht, dass es weltweit noch einmal einen derart erfolgreichen paralympischen Tag gibt wie in Deutschland, das IPC hat seinen Sitz in Bonn. Und allein die Bewerbung gibt dem Sport nochmal einen Schub im Lande."

Barriere-Freiheit als Vorteil für München

Ein wichtiger Punkt sei auch die Behindertenfreundlichkeit Münchens. "München ist eine der Städte, die die Barriere-Freiheit schon sehr früh in ihre Planungspolitik mit eingebunden haben", sagte Bach.

Diese Vorteile im Vergleich mit den Bewerbern Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) will der DOSB keinesfalls aus der Hand geben. Deswegen sind Vertreter bei den Paralympics in Vancouver, auch den paralympischen Tag in Moskau haben sie besucht. "Um möglichst viele Informationen zu sammeln", sagte Bach.

Außerdem wurde das Gemeinschaftsgefühl zwischen olympischen und paralympischen Sportlern stets gestärkt, Bachs Besuch in Vancouver zeugt ebenfalls von Wertschätzung für den vielleicht so wichtigen Partner. Allerdings setzt auch Pyeongchang auf die Karte Paralympics und arbeitet intensiv an diesem Punkt. Deutsche Schwachstelle in diesem Bereich scheint noch die für Behinderte schwierige Auffahrt auf die Zugspitze.

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"Wintersportbegeisterung ist groß"

Die Chancen Münchens scheinen 16 Monate vor der Vergabe der Spiele gut, das Auftreten der deutschen Sportler bei den olympischen Winterspielen in Kanada sorgte nach Ansicht Bachs ebenfalls für Pluspunkte. "Die Wintersportbegeisterung ist groß in Deutschland, und diese Botschaft ist durch unsere tollen Sportlertypen deutlich rübergekommen", sagte der Fecht-Olympiasieger von 1976.

Die Chancen auf den Zuschlag für die zweiten Winterspiele in Deutschland nach Garmisch-Partenkirchen 1936 wollte Bach nicht beziffern, äußerte jedoch große Zuversicht. "Wir spüren eine große Sympathie", sagte er: "Sympathie bedeutet zwar nicht gleich Stimmen, aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir als DOSB nur eine Bewerbung unterstützen werden, die international Erfolgschancen hat. Wir haben diese Bewerbung einstimmig unterstützt, und das zeigt schon, wie wir unsere Chancen einschätzen."

Der Vorteil, die vielleicht besten Voraussetzungen für Paralympics bieten zu können, scheint umso wichtiger, da sich diese laut Bach zuletzt "enorm entwickelt" haben. Das Internationale Paralympische Komitee habe es "geschafft, dass nicht mehr die Behinderung der Athleten im Mittelpunkt steht, sondern deren Leistung. Das hat die Paralympics sehr beflügelt."

Zusammenlegung von Paralympics und Olympia kein Thema

IPC-Präsident Phil Craven lehnte dieser Tage noch einmal eine Zusammenlegung von Paralympics und Olympia ab. "Ich bin der Meinung, dass das die richtige Entscheidung ist", sagte Bach: "Bei der derzeitigen Konstellation richtet sich während der Paralympics die volle Konzentration auf die paralympischen Athleten. Wenn man die Spiele gleichzeitig ausrichten würde, ginge den paralympischen Athleten ein Großteil dieser Aufmerksamkeit verloren, und das würde ihren Leistungen nicht gerecht."

Wie ideal der derzeitige Termin ist, zeigt die deutlich erkennbare Paralympics-Euphorie in Kanada.

"Die Olympischen Spiele wirken nach, und das ist ja auch der Grund, warum das Internationale Paralympische Komitee diesen Termin direkt nach Olympia wählt", sagte Bach: "Man übernimmt nicht nur die Sportstätten und die Organisation, sondern auch die Stimmung und die Euphorie."

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