Olympia

Olympia geht nach Rio!

SID
Barack Obama (r.) will die Spiele nach Chicago holen, Jacques Rogge enthält sich seiner Stimme
© Getty

Rio wird die Olympischen Spiele 2016 ausrichten. Die von US-Präsident Barack Obama unterstütze Metropole Chicago erhielt hingegen bereits im ersten Wahlgang die wenigsten Stimmen und schied damit frühzeitig aus.

Bittere Pleite für Barack Obama. Der US-Präsident hat das das Muskelspiel der vier Staatsmänner in Kopenhagen verloren. Seine Heimatstadt wird nicht die Olympischen Spiele 2016 ausrichten. Dabei hatte Chicago neben Rio lange Zeit als Favorit gegolten.

"Es gäbe nichts Schöneres, als wenn ich zum Ende meiner zweiten Amtszeit die Spiele in Chicago eröffnen könnte", hatte US-Präsident Obama schon im Wahlkampf im vergangenen Herbst in seiner Heimatstadt gesagt. Dort besitzt seine Familie nur wenige Blocks vom geplanten Olympiapark entfernt noch ein Haus. Doch daraus wird nun nichts.

Neben Obama hatten sich auch Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva, Spaniens König Juan Carlos samt Königin Sophia und Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero sowie der neue japanische Premierminister Yukio Hatoyama angekündigt.

Obama: Fünfstündiger Blitzbesuch in Kopenhagen

Im Vorjahr warb Barack Obama um die Stimmen von 305 Millionen US-Amerikanern, jetzt wirbt er um die Gunst von 105 IOC-Mitgliedern, die seinem Charme und dem seiner First Lady Michelle erliegen sollen. Dafür änderte der Präsident kurzfristig seine Pläne und kündigte den nur fünfstündigen Blitzbesuch in Kopenhagen an.

Vier Jahre nach dem grandiosen Scheitern von New York war Obama als erster amtierender US-Präsident vor eine IOC-Vollversammlung treten.

"Sein Auftritt stärkt sicherlich die Bewerbung. Aber auch die drei anderen Kandidaten treten mit den höchsten Repräsentanten ihrer Länder an", meinte IOC-Vize Thomas Bach, der als Chef der Juristischen Kommission für die Richtigkeit der Abstimmung sorgt.

Olympische Spiele kosten zwischen fünf und 14 Milliarden Dollar

Den 70-minütigen Abschlusspräsentationen der vier Bewerber um die Milliarden-Spiele, die zwischen fünf Milliarden US-Dollar (Chicago) und 14 Milliarden (Rio) kosten würden, waren wohl richtungsweisend.

Während Chicago auf den Obama-Faktor setzte und Bewerbungschef Pat Ryan in Anlehnung an Obamas Wahlslogan sagt "Yes we will", meint Gouverneur Sergio Cabral von Mitfavorit Rio "Yes we can - die Spiele in Rio ausrichten."

Kein Zweifel: Olympia unterm Zuckerhut und am endlosen Sandstrand von Copacabana hat seinen Reiz. Außerdem wäre es für IOC-Chef Jacques Rogge, der sich traditionell seiner Stimme enthalten wird, ein bleibendes Vermächtnis, brächte er Olympia nach Südamerika.

Rio: Probleme bei Sponsorensuche?

"Der Fakt, dass wir neues Terrain betreten würden, könnte eine Rolle spielen", sagt der Belgier, warnt zugleich aber vor Problemen bei der Sponsorensuche, die durch die Fußball-WM 2014 erschwert werden könnte.

Rios Traum vom Sieg im sechsten Anlauf gefährdet vor allem Barack Obama, auch wenn Fußball-Idol Pele sagt: "Rio streitet gegen Madrid, Tokio und Chicago, und nicht gegen Obama. Aber wenn sie Obama haben, haben wir Lula und Pele. Also steht es 2:1 für uns."

Pele wird wie der charismatische Lula zu den IOC-Mitgliedern sprechen, unter denen in Bach, Claudia Bokel und Walther Tröger auch drei Deutsche sind.

Drei Olympische Spiele hintereinander in Europa unrealistisch

Drei Olympische Spiele hintereinander in Europa (London 2012, Sotschi 2014) scheinen ohnehin ausgeschlossen, zumal das zahlungskräftige US-Fernsehen auf Chicago oder wenigstens Rio hofft.

Dem auf Gewinnmaximierung bedachten IOC brächte eine solche Wahl die besten Renditechancen. Die Entscheidung für Rio  wäre demzufolge keine rein emotionale, sondern auch eine fürs Geld.

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