Freitag, 01.08.2008

Olympia

Thanou ein Fall für "Oberstaatsanwalt" Bach

Peking - Ekaterina Thanou stellt den olympischen "Oberstaatsanwalt" Thomas Bach gleich vor zwei knifflige Fälle: Als Vorsitzender der Disziplinar-Kommission wird der Jurist mit seinen Kollegen in der IOC-Exekutive entscheiden, ob die umstrittene griechische Sprinterin in Peking starten darf.

Thanou, Doping, Leichtathletik, Olympia, Peking
© DPA

Außerdem will das Gremium die Neuvergabe der 100-Meter-Goldmedaille klären, die Dopingsünderin Marion Jones bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnen hatte und zurückgeben musste.

Thanou, nach Athen 2004 selbst mit einer zweijährigen Doping- Sperre belegt, würde als Olympia-Zweite eigentlich nachrücken - doch das Internationale Olympische Komitee (IOC) plant eine Lösung, die juristisch unantastbar ist, gleichzeitig aber eine Abwertung bedeuten würde.

Thanou soll auf den ersten Platz gehoben werden, aber nicht als Olympiasiegerin deklariert werden und auch keine Goldmedaille bekommen.

Prozess wegen Meineids

So sensibel die Causa Thanou ist, so gründlich haben die Olympier die Aufarbeitung vorbereitet. Das Nationale Olympische Komitee Griechenlands (EOE) wurde gebeten, bei der griechischen Staatsanwaltschaft zu klären, welche Anklagen noch gegen Thanou vorliegen.

Laut der Athener Zeitung "Ta Nea" steht am 2. Februar 2009 ein Prozess gegen Thanou wegen Meineids aus. Diese Tatsache will das IOC nutzen, ein Olympia-Comeback der Skandal-Athletin in Peking zu verhindern.

Kriegszustand

"Ich weiß gar nicht, warum ich mich rechtfertigen muss. Es gibt keine offizielle Klage gegen mich. Ich erlebe seit 15 Tagen eine Art Kriegszustand. Jetzt reicht's. Meine Karriere wurde zerstört, obwohl ich nie positiv getestet wurde", sagte Thanou auf einer Pressekonferenz in Athen und zeigte demonstrativ ihre Akkreditierung für Peking. Am 14. Juli hatte die 33-Jährige die griechische Olympia- Norm mit 11,42 Sekunden über 100 Meter erfüllt.

Ihr Anwalt Gregory Ioannidis warf dem IOC sogar "Diskriminierung" vor. "Wir haben einige juristische Optionen und wollen die auch wahrnehmen", drohte Ioannidis. Das IOC-Exekutiv-Komitee will ihn auf jeden Fall anhören. Bis spätestens zum 4. August will Thanou vom IOC wissen, was mit ihr pasiert. So schnell werden die "Herren der Ring" sie nicht los.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Zwei Jahre Sperre 

2004 war sie für zwei Jahre gesperrt worden, weil sie sich unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Athen mit ihrem Landsmann Kostas Kenteris einem Doping-Test entzogen hatte.

Die griechische Justiz kam zu dem Schluss, dass beide einen Motorradunfall am 12. August 2004 nur vorgetäuscht hatten, um ihre Abwesenheit bei der Kontrolle zu erklären. Zudem bestand der Verdacht, sie hätten sich wiederholt Tests im olympischen Dorf entzogen.

Nachdem sie ihre Olympia-Akkreditierungen zurückgegeben hatten, hatte das IOC kein Hoheitsrecht mehr über den Fall. Jetzt wird die Daueraffäre neu aufgerollt.


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