Montag, 28.07.2008

Boll kann überzeugen

Stromausfall beendet Olympia-Test

Hamm -­ Dass am Ende die Lichter ausgingen, wollte Herren-Bundestrainer Richard Prause nicht als schlechtes Omen mit nach Peking nehmen.

Olympia, Tischntennis, Boll, Deutschland
© DPA

"Erstes Unentschieden in einem Länderspiel ­ das ist doch mal eine Schlagzeile", sagte der frühere Nationalspieler nach dem 2:2 seines Teams gegen den mehrmaligen Weltmeister Schweden im westfälischen Hamm.

Beim Olympia-Test, der mit einem Ergebnis endete, das es eigentlich gar nicht geben kann, tankte vor allem Europameister Timo Boll viel Selbstvertrauen.

Zwei Siege - dann Stromausfall

Normalerweise sieht das in Hamm geprobte Olympia-System mit vier Einzeln und einem Doppel immer einen Sieger vor. Doch vor 1500 Zuschauern in den ausverkauften Zentralhallen fiel nach rund drei Stunden Spielzeit das Licht aus.

Das fünfte Match zwischen Christian Süß (Düsseldorf) und Robert Svensson wurde beim Stand von 8:5 für Süß zunächst unterbrochen und 20 Minuten später abgebrochen, da in der gesamten Hammer Südstadt der Strom ausgefallen war.

Zuvor hatte der Düsseldorfer Boll mit zwei Siegen überzeugt. Der Weltranglisten-Sechste gewann zum Auftakt gegen Jens Lundquist mit 3:2 und brachte sein Team später durch ein 3:0 gegen Pär Gerell zurück ins Match, nachdem Dimitrij Ovtcharov (Düsseldorf) mit 2:3 gegen Robert Svensson und das Doppel Ovtcharov/ Süß klar mit 0:3 gegen Lundquist/Gerell verloren hatten.

Die Schweden mussten auf ihren angeschlagenen Spitzenspieler Jörgen Persson verzichten.

Unmenschliche Hitze

"Es war mein erster Wettkampf seit zwei Monaten, da muss man erstmal das nötige Feingefühl entwickeln", sagte der Europameister. "Ich bin froh, dass ich meine Spiele gewonnen habe", fügte Boll hinzu.

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Auch von den Bedingungen sei das Duell ein echter Härtetest gewesen: "Wir hatten fast mehr mit den Bedingungen zu kämpfen, weil es eine unmenschliche Hitze war. Aber das kann auch in Peking passieren. Wie wissen noch nicht, wie gut die Klimaanlage dort ist."

Gegen die Skandinavier, die in Peking nicht zum engen Kreis der Medaillenanwärter gehören, tat sich vor allem Senkrechtstarter Ovtcharov schwer. Der 19-Jährige unterlag Svensson knapp und ging anschließend im Doppel mit seinem Clubkollegen Christian Süß gegen das schwedische Duo regelrecht unter.

"Man muss eine Niederlage schnell wegstecken", betonte Prause. "Ich habe Dimitrij schon deutlich besser spielen sehen."

Medaillen weiter fest im Visier

Trotz der durchwachsenen Leistung hält Prause am Ziel für Peking fest. "Wir gehören auch nach diesem Unentschieden zu den Medaillenkandidaten", sagte der Herren-Coach.

"Die wichtigste Erfahrung ist, dass wir in China keine Selbstläufer haben werden." Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig meinte: "Wir müssen nicht jetzt in Topform sein, sondern vom 13. August an."

Den letzen Feinschliff holen sich Boll & Co. nun in dieser Woche bei einem Lehrgang in Düsseldorf, der am Freitag mit einem Einzel-Turnier endet.


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