Sonntag, 20.07.2008

Olympia

DBB-Team löst Olympia-Ticket

Athen - Mit einem Kraftakt haben Deutschlands Basketballer das letzte Peking-Ticket gelöst und ihrem einmal mehr überragenden Superstar Dirk Nowitzki den Olympia-Traum erfüllt.

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© DPA

Einen Tag nach der bitteren 70:76-Niederlage gegen Kroatien gelang dem Team von Bundestrainer Dirk Bauermann in Athen beim 96:82 (48:39) gegen Puerto Rico der erlösende Sieg mit 32-Nowitzki-Punkten.

"Wir haben als Mannschaft zusammengehalten. Kompliment an alle. Es war eine Riesenleistung von allen. Wir haben es verdient. Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Nowitzki, der in der Kabine von seinen Gefühlen überwältigt wurde. "Ich musste erst mal für mich alleine sein", begründete er seinen schnellen Abgang nach Spielende.

Freudentränen und warme Worte

Nach der Begegnung flossen Freudentränen bei den deutschen Spielern. "Ich bin furchtbar stolz auf die Jungs. Sie haben eine Super-Woche gespielt. Das ist ein unglaublicher Erfolg und ein großer Sieg für den deutschen Basketball. Wir wollten nicht die einzige Ballsportart sein, die nicht nach Peking fährt", sagte Bauermann sichtlich bewegt und kündigte für den Abend eine große Sause an.

Auch Steffen Hamann, mit 19 Punkten zweitbester Werfer nach Nowitzki, war überglücklich: "Wir haben ein Riesenspiel gemacht und uns das verdient. Wir haben lange dafür gearbeitet. Auf jeden Fall wird jetzt erst mal gefeiert."

Kapitän Patrick Femerling bekannte: "Wir fahren nach Peking, ich bin glücklich. Wir haben alles richtig gemacht." Chris Kaman, der erst kurz vor Turnierbeginn eingebürgerte Amerikaner, betonte, er sei "froh, Teil dieser Mannschaft zu sein, die sich ihren Traum verwirklicht" habe.

Nun gegen "Dream Team"

In Peking kommt es nun allerdings knüppeldick für die deutschen Korbjäger, die in der Vorrundengruppe B gegen Gastgeber China, Weltmeister Spanien, Topfavorit USA, die ebenfalls erst in Athen qualifizierten Griechen und Angola antreten müssen.

In der Gruppe A treffen Olympiasieger Argentinien, Australien, Iran, Litauen, Europameister Russland und Kroatien aufeinander.

Im Gegensatz zur Niederlage gegen die Kroaten gelang Deutschland ein besserer Start in die alles entscheidende Begegnung. Nach der Enttäuschung vom Vortag, der ersten Niederlage gegen die Südosteuropäer in acht Jahren, hatte Bauermann sein Team wieder aufrichten müssen.

Vor dem fünften Spiel in sechs Tagen strich der Coach das Abschlusstraining am Vormittag, "damit die Jungs ausschlafen können".

Nowitzki mit mehr Raum

Hatten die Kroaten am Vortag vor allem Nowitzki manchmal überhart attackiert, konnte Puerto Rico dieses Verteidigungskonzept nicht kopieren. Hatten gestern von den insgesamt 28 Fouls gleich 18 dem Superstar aus Dallas gegolten, der trotzdem 30 Punkte erzielte, gab es für den 30-Jährigen diesmal etwas mehr Freiraum.

Der zehnte Nowitzki-Punkt brachte erstmals die Führung 70 Sekunden vor Ende des ersten Viertels, das Puerto Rico dennoch mit 23:22 für sich entschied.

Auch ohne Spielmacher Carlos Arroyo von den Orlando Magics, der sich am Vorabend im Spiel gegen die Griechen verletzt hatte, blieb Puerto Rico brandgefährlich.

Mitte des zweiten Viertels konnte sich die DBB-Auswahl aber dann doch etwas absetzten. Ein Dunking von Hamann brachte 3:39 Minuten vor der Halbzeitpause die erste Fünf-Punkte-Führung, zur Pause waren es sogar neun.

Von der Drei-Punkte-Linie waren die Deutschen sogar gefährlicher gewesen als ihre als Kunstschützen bekannten Gegenspieler. Das ausgeklügelte Verteidigungskonzept zeigte Wirkung.

Ein Dutzend mal drei

Puerto Rico, beim Supercup in Bamberg noch knapper Sieger, steckte nie auf. Nowitzki wurde nach der Pause besser bewacht, glänzte nun als Passgeber. Nach drei Dreiern in Folge lag die DBB-Auswahl plötzlich mit 70:54 in Führung und hielt diesen Vorsprung.

Gleich zu Beginn des Schlussviertels machte Nowitzki dann das Dutzend an erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen perfekt. Doch durch Unkonzentriertheiten brachte sich die deutsche Mannschaft fast noch um die Früchte ihrer Arbeit und ließ den Gegner wieder bis auf neun Zähler herankommen.

"Bei der Eröffnungsfeier ins Pekinger Olympiastadion einzumarschieren - das muss ein unbeschreibliches Gefühl sein, das möchte ich wenigstens einmal erleben", hatte Nowitzki in den letzten Wochen seinen Traum immer wieder beschrieben - nun ist er wahr geworden.

Diese Olympia-Teilnahme ist die Krönung einer ganzen Basketballer-Generation, die mit EM-Silber und WM-Bronze schon so viel erreicht hat.


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