Freitag, 18.07.2008

Olympisches Quali-Turnier in Athen

Deutschland besiegt Brasilien 78:65

Athen - Im Kampf um das begehrte Olympia-Tickets hat sich Deutschland dank einer tollen Teamleistung zwei Matchbälle erspielt.

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© DPA

Nach der Gala beim 78:65 (45:26) über Brasilien kann das Team um die NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman schon gegen Kroatien die Fahrkarte nach Peking buchen.

Zwar war Nowitzki mit 20 Punkten neben dem frech aufspielenden Pascal Roller (15), Demond Greene (14), Chris Kaman (12) und dem starken Starting-Five-Neuling Konrad Wysocki (10) einmal mehr bester deutscher Punktesammler, doch so homogen wie in der Olympia-Qualifikation in Athen trumpfte eine deutsche Nationalmannschaft lange nicht mehr auf.

Als die Spieler in die Kabinen gingen, riefen sie immer wieder "Team, Team".

Nun wartet Kroatien

Nach der über weite Strecken bärenstarken Vorstellung wird das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann von Kanada-Bezwinger Kroatien herausgefordert.

Sollte Deutschland im 14. Duell mit den Südosteuropäern der neunte Sieg gelingen, stünde am Montag die Olympia-Einkleidung für die Mannschaft auf dem Programm. Im Falle einer Niederlage gäbe es am Sonntag ein Endspiel um den letzten der drei Startplätze für das Olympia-Turnier.

Ein gutes Händchen bewies Bauermann mit der Berufung von Konrad Wysocki in die Startformation. In der hypernervösen Anfangsphase gelangen dem Neu-Frankfurter die ersten fünf Punkte. Nach den ersten Nowitzki-Zählern lag die diesmal sehr aggressiv verteidigende DBB- Auswahl mit 7:2 in Führung.

Vor allem den Distanzwürfe Marcelinhos war es zu verdanken, dass Brasilien dranblieb. Doch Aufbauspieler Marcelo Huertas wurde wie von Bauermann gewünscht an die Kette gelegt. Center Splitter hatte es schwer gegen Nowitzki, Kamann und später auch Kapitän Femerling.

Hamann mit Slam Dunk

Trotzdem gingen die Brasilianer kurz nach Beginn des zweiten Viertels (15:13) sogar erstmals in Führung. Der bis dahin vom Wurfpech verfolgte Nowitzki saß da auf der Bank. Kurz darauf stand die Lichtgestalt des deutschen Basketballs wieder auf dem Feld, doch erst eine Auszeit von Bauermann beendete den Lauf des Gegners.

Als Nowitzi nach 15 Minuten seinen ersten Dreier traf, riss er die Arme wie ein Fußballer in die Luft, und die deutschen Fans im weiten, leeren Rund der Olympiahalle stimmten Sprechchöre an.

Ein krachendes Ausrufezeichen unter überragende zweite zehn Minuten setzte Hamann mit einem Dunking. Dann traf Demond Greene mit seinem ersten und insgesamt achten Dreier zum hochverdienten Pausenstand.

Vor allem Kaman, der sich in der Defensive einen Rebound nach dem anderern schnappte und auch unter dem gegnerischen Korb punktete, war zunächst dafür verantwortlich, dass der Vorsprung ausgebaut wurde.

Beim 33:57 versuchten es die Brasilianer mit einer Ganzfeldverteidigung, doch die deutsche Auswahl ließ sich auch davon nicht beeindrucken. Nur noch einmal schöpften die Südamerikaner Hoffnung, als Nowitzki kurz nach Beginn des Schlussviertels mit dem vierten Foul auf die Bank beordert wurde.

Die Brasilianer kamen näher, aber die deutschen Korbjäger ließen sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen.

Auch Puerto Rico im Halbfinale

Schon lange vor der Schlusssirene der ersten Viertelfinal-Partie zwischen Kroatien und Kanada hatten die deutschen Späher genug gesehen. Achim Kuczmann, Volker Stix und Hansi Gnad, die Assistenten von Bundestrainer Dirk Bauermann, klappten ihre Laptops zu und packten die Notizblöcke weg.

Wenig später hatte Kroatien durch das 83:62 über Kanada das Etappenziel erreicht. Danach setzte sich Costa Rica gegen Slowenien mit 81:70 durch. "Das war ein großer Sieg für Puerto Rico", sagte Jose Juan Barea, der mit Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks spielt.

Das erste der bislang 13 Länderspiel zwischen Deutschland und Kroatien fand übrigens am 22. Juni 1992 statt - in der Olympia-Qualifikation in Murcia. Deutschland gewann mit 86:74 und löste das Ticket zu den Spielen nach Barcelona. Wenn das kein gutes Omen ist.


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