Montag, 14.07.2008

Boll vor den olympischen Spielen:

"Tischtennis ist in Peking zentrales Event"

Hannover - China-Kenner Timo Boll ist sich ganz sicher. "Die Tischtennis-Wettbewerbe werden in Peking zu den zentralen Events gehören", sagt der Europameister.

Der 27-jährige Linkshänder ist bei den Olympia-Gastgebern, wo das schnelle Spiel mit dem Zelluloidball Volkssport ist, fast bekannter als im eigenen Land.

Dank seiner sportlichen Erfolge, der vielen Aufenthalte im Reich der Mitte und dank seines höflichen Auftretens genießt Boll in China viele Sympathien. Er und der Weißrusse Wladimir Samsonow gelten als die schärfsten Rivalen der chinesischen Asse, die vor heimischem Publikum in allen vier Disziplinen klare Favoriten sind.

Ziel: Medaille

"Mein Ziel ist eine Medaille. Egal, ob im Einzel oder mit der Mannschaft", stellt Boll unmissverständlich fest. Eine schwere Knieverletzung unterbrach zu Jahresanfang seine Langzeitplanung.

Der gebürtige Hesse musste drei Monate pausieren. Er verlor Platz vier in der Weltrangliste und in der Setzliste für Peking. Nun droht ihm bereits im Viertelfinale ein Duell gegen einen der drei Top-Chinesen.

Aus Niederlagen gelernt

"Nicht die Setzliste ist wichtig, sondern dass wir zur richtigen Zeit in Top-Form sind", sagt Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. Boll sieht es ähnlich. Seit April geht es für ihn kontinuierlich bergauf. "Ich habe aus Niederlagen gelernt und werde meinen Weg konsequent fortsetzen", verspricht der Düsseldorfer.

In seinem Sog können sich auch die Klubkollegen Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß steigern.

Als Gruppenkopf in Halbfinale?

Deshalb zählt das Europameister-Team im erstmals durchgeführten Mannschafts-Wettbewerb zu den Medaillenanwärtern. Ohne den verletzten Boll sprang zuletzt bei der WM im Februar in China ein respektabler siebter Rang heraus. Wird der DTTB als einer von vier Gruppenköpfen gesetzt, winkt ein Platz im Halbfinale.

Weitaus schwerer hat es das Damen-Trio Wu Jiaduo (Kroppach), Elke Schall (Busenbach) und Zhenqi Barthel (Holsterhausen) gegen die übermächtige Konkurrenz aus Asien. "Unser Ziel ist Platz eins oder zwei in den Gruppenspielen", sagt Schimmelpfennig.


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