Montag, 14.07.2008

Unterschiedliche Olympia-Ziele

"Beacher" und Volleyballer uneins

Berlin - Die Beacher träumen von einer Medaille, die Nationalmannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu will zumindest die Vorrunde des olympischen Volleyball-Turniers überstehen.

"Wir sind zwar in einer richtigen Hammergruppe, aber gegen die meisten Teams haben wir schon gewonnen", macht Kapitän Björn Andrae sich und seinen Mannschaftskameraden für das schwierige Vorhaben Mut.

Die deutschen Volleyball-Männer müssen in Gruppe B gegen den zweimaligen Weltmeister und Olympiasieger Brasilien, EM-Finalist Russland, den WM-Zweiten Polen, Sydney-Olympiasieger Serbien und Afrika-Vertreter Ägypten wenigsten den vierten Platz belegen, um weiter im Wettbewerb zu bleiben.

"Harte Geschichte"

"Das Turnier hat eine hohe Qualität, alle großen Europäer sind dabei wie auch die Brasilianer und die USA. Das wird eine sehr harte Geschichte", weiß Moculescu, der nach Peking seinen Job als Honorartrainer der Nationalmannschaft aufgibt.

Die Olympia-Teilnahme des Männer-Teams, nach 36 Jahren erst die zweite überhaupt, bewertet der seit 1999 amtierende Coach als sehr großen Erfolg: "Es gibt schon Leute in Deutschland, die gar nicht mehr gewusst haben, dass Männer-Volleyball olympisch ist."

Die DDR hatte als Weltmeister von 1970 in München Platz zwei belegt. Danach war für deutsche Männer-Teams Sendepause - wie dieses Mal auch für die Frauen, die das Ticket nach drei Olympia-Teilnahmen 1996 (8. Platz), 2000 (6.) und 2004 (9.) verpasst haben.

Beachvolleyballer streben Medaillen an

Erst zum vierten Mal seit 1996 baggert und schmettert die Weltelite der Beachvolleyballer in Peking um Olympia-Medaillen. Die deutschen Sandspezialisten sind optimistisch, das Medaillenkonto aufstocken zu können.

Jörg Ahmann und Axel Hager waren 2000 in Sydney mit Rang drei die bisher einzigen deutschen Medaillengewinner.

Obwohl bis zum Ende der Olympia-Qualifikation am 20. Juli noch der Grand Slam in Moskau, die EM in Hamburg und ein Welttour-Turnier in Marseille ausstanden, durften Sara Goller/Laura Ludwig (Berlin), die Athen-Fünften Stephanie Pohl/Okka Rau (Hamburg), Julius Brink/ Christoph Dieckmann (Berlin) und David Klemperer/Eric Koreng (Hildesheim/Essen) aufgrund ihrer Weltranglisten-Punkte die Peking-Reise einplanen.

Bei den Frauen führt der Olympiasieg nur über die Athen-Sieger und dreifachen Weltmeisterinnen Kerri Walsh/Misty May- Treanor (USA),

Brink erwartungsvoll

"Wenn wir unsere Leistungen abrufen können, werden wir um die Medaillen mitspielen. Mit einer Goldmedaille in Peking kann ich aber auch gut leben", sagte Brink. Zusammen mit seinem ehemaligen Partner Kjell Schneider war er 2005 in Berlin WM-Dritter und bildet seit 2006 mit Christoph Dieckmann ein neues Duo.

Sie standen im Olympia-Jahr schon dreimal in einem Welttour-Finale und gewannen in Barcelona. Beide verweisen auf die hohe Ausgeglichenheit von zehn bis 15 Teams. "Unter den Spitzenteams ist es wie im Haifischbecken, jeder kann jeden fressen", betont Brink.


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