Dienstag, 15.07.2008

Olympia 2018

München will Zuschlag im ersten Versuch

München - Nach drei bitteren Bewerbungs-Pleiten setzt Deutschland im Wettstreit um die Olympischen Winterspiele 2018 auf einen Sieg von München im ersten Versuch.

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© DPA

"Es gibt keinen Plan B", entgegnete der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, nach der konstituierenden Sitzung der Bewerbergesellschaft München 2018 GmbH auf die Frage, ob man sich bereits auf mehrere Anläufe beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einstellen müsse.

"Für München hat es Tradition, den Zuschlag im ersten Anlauf zu kriegen", ergänzte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) rückblickend auf die Sommerspiele 1972 in der bayerischen Landeshauptstadt: "Es ist eine großartige Zukunfts-Perspektive für München, die erste Stadt weltweit zu werden, die nach Sommerspielen auch Winterspiele ausrichten darf."

Bayerisches Wintermärchen

Für ein bayerisches Wintermärchen 2018, von dem der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) träumt, soll die Bewerbung zu einer landesweiten Kampagne aufgebaut werden.

"Wir tun alles dafür, dass wir es schaffen", versicherte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Münchner Rathaus. Nach den gescheiterten Bewerbungen von Berchtesgaden (1992), Berlin (2000) und Leipzig (2012) wünscht er sich endlich wieder ein Happy-End.

"Wir sind ein sportbegeistertes Land und haben bewiesen, dass wir gute Gastgeber sind", sagte Schäuble nicht zuletzt wegen der stimmungsvollen Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die Bundesregierung werde die Bewerbung geschlossen und mit ganzer Kraft unterstützen, versicherte der Minister.

DOSB trägt Löwenanteil

Die Bewerbergesellschaft wird angeführt von DOSB-Präsident Bach, Stellvertreter ist Ude. Zum Geschäftsführer des Bewerbungs-Komitees wurde erwartungsgemäß der bisherige Olympia-Koordinator und Chef des Münchner Olympiaparks, Wilfrid Spronk (62), berufen.

Der DOSB hält mit 51 Prozent den größten Anteil an der 2018 GmbH. Die Stadt München beteiligt sich mit 30 Prozent, der Freistaat Bayern mit neun Prozent. Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, die im Konzept "München plus zwei" für die Ski-Wettbewerbe zuständig sein soll, wird über acht Prozent verfügen.

Der Landkreis Berchtesgadener Land mit der Bob- und Rodelbahn am Königssee über zwei Prozent. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft soll insgesamt 26 Personen umfassen. Dazu wird es als drittes Gremium ein Kuratorium geben.

30 Millionen Euro Bewerbungskosten

Die auf 30 Millionen Euro taxierten Bewerbungskosten sollen ohne Steuermittel aufgebracht werden, erklärte Spronk. Das Geld solle "möglichst zu hundert Prozent" von deutschen Unternehmen kommen.

München muss sich auf hochkarätige Konkurrenten im Kampf um die Winterspiele 2018 einstellen. Bis Herbst 2009 läuft die Anmeldefrist beim IOC. Die IOC-Vollversammlung kürt die Olympiastadt 2018 im Juli 2011.

Bach nannte neben Tromsö (Norwegen) noch Grenoble, Genf und das schon zweimal gegen Vancouver (2010) und Sotschi (2014) unterlegene Pyeongchang in Südkorea als mögliche Konkurrenten. Auch in den USA gibt es Pläne.

"Wir sollten gelassen abwarten. Und wir sollten nicht nach rechts und links schielen, sondern unseren Weg geradeaus gehen", betonte Bach: "Wir haben mit unserer Bewerbung etwas anzubieten."


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