Freitag, 18.07.2008

GER vs. BRA: Head-to-Head-Vergleich

Letzte Option: Hack-a-Splitter!

Athen - Immer mit dem Laptop im Arm, von Besprechung zu Besprechung, zwischendurch noch Spiele beobachten: Volker Stix ist der Urs Siegenthaler des Basketballs.

Dirk, Bauermann, Volker, Stix
© Getty

Als Assistenzcoach im DBB-Trainerstab von Dirk Bauermann verantwortet er analog zu Siegenthaler im DFB-Team das Scouting des Gegners. Sprich: Vor dem Viertelfinale der Olympia-Quali gegen Brasilien (18.15 Uhr im SPOX-TICKER) versorgt er Bundestrainer Bauermann mit allen nötigen Informationen.

Mit welcher Taktik ist der Selecao beizukommen, wo liegen die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler? Stix hat alles notiert und gibt es weiter. An Bauermann - und an SPOX.com.

Deutschland und Brasilien im Head-to-Head-Vergleich:

Center: Chris Kaman vs. Tiago Splitter

Das spricht für Kaman (L.A. Clippers): Schließt mit beiden Händen ab, extrem beweglich, körperlich robust, vorbildlicher Charakter. Stix: "In Korbnähe bewegt er sich extrem schnell, ist gleichzeitig aber auch sehr kräftig gebaut. Überragend, egal ob am eigenen oder gegnerischen Brett."

Das spricht für Splitter (Tau): Das größte Centertalent außerhalb der NBA. Ähnlich vielseitig wie Kaman, "er ist jedoch vom Körperbau wie von der Erfahrung noch nicht so weit wie Chris" (Stix). Und: kein guter Freiwerfer. Stix: "Natürlich haben wir es als letzte Option im Hinterkopf, ihn eher zu foulen als frei zum Wurf kommen zu lassen."

Fazit: Vorteil Deutschland. 1:0.

Power Forward: Dirk Nowitzki vs. JP Batista

Das ist Nowitzki (Dallas): Bester Spieler des Turniers, bester Spieler Europas aller Zeiten. Definierte weltweit die Power-Forward-Position neu. Mittlerweile auch ein sehr guter Passer und guter Verteidiger.

Das ist Batista (Barons Riga): Sein Name erinnert an einen Wrestling-Star, sein Spielstil ebenso. Basketballerisch limitiert, ist er das Kampfschein bei den Brasilianern. Erinnert etwas an Udonis Haslem - nur ohne einen sauberen Mitteldistanzwurf.

Fazit: Vorteil Deutschland. 2:0.

F�r Spox in Athen - Haruka Gruber berichtet vom Olympia-Qualifikationsturnier

Small Forward: Philip Zwiener vs. Marcelinho

Das spricht für Zwiener (Berlin): International unerfahren, hat keine ausgeprägte Spezialfähigkeit. "Das ist jedoch seine Stärke", so Stix. "Er ist ein mehrdimensionaler Spieler, der viele Dinge kann und viele Dinge unscheinbar - dank seiner Basketball-Intelligenz - richtig macht."

Das spricht für Marcelinho (Pitagoras Minas, Brasilien): Einer der besten Distanzschützen in der brasilianischen Historie. Stix: "Man muss höllisch auf ihn aufpassen. Er lauert das Spiel über fast nur an der Dreierlinie und kommt dennoch zum Schuss, weil er sich clever davonstiehlt. Er darf bloß nicht heißlaufen."

Fazit: Vorteil Brasilien. 2:1.

Shooting Guard: Demond Greene vs. Alex Garcia

Das spricht für Greene (Bamberg): Verfügt im Duell zweier sehr physischer Guards über den "wesentlich besseren Wurf" (Stix) - taucht in der Offensive nichtsdestotrotz gelegentlich zu sehr ab. Guter Verteidiger.

Das spricht für Garcia (Tel Aviv): Defensiv ist der Kurzzeit-NBA-Profi (Spurs, Hornets) einer der Schlüsselspieler Brasiliens. Im Angriff in der Regel nur gefährlich über Drives zum Korb. Schwach aus der Distanz, aber: "Garcia ist ein Spielertyp, der in großen Spielen über sich hinauswächst. Auch von der Dreierlinie", warnt Stix.

Fazit: Unentschieden. 2,5:1,5.

Point Guard: Steffen Hamann vs. Marcelo Huertas

Das spricht für Hamann (Berlin): Bisher ordentliches Turnier, ohne groß aufzufallen. Dennoch: "Er ist europaweit nach wie vor einer der besten Verteidiger auf der Spielmacherposition", sagt Stix. Muss mit seiner Bissigkeit Gegenspieler Huertas entnerven, so wie es Griechenlands Vassilios Spanoulis vorgemacht hat.

Das spricht für Huertas (Bilbao): Das "Hirn Brasiliens" (Stix), passt und scort gleich gut, überragend in der Transition. Der Dreierwurf ist nicht besonders zuverlässig, wurde dennoch in Spanien, der zweitbesten Liga der Welt, zum besten Point Guard gewählt. Sollte als Qualitätsnachweis reichen.

Fazit: Vorteil Brasilien. 2,5:2,5.

Ersatzspieler: Bank vs. Bank

Das spricht für Deutschland: Nach der Absage von Brasiliens NBA-Trio (Barbosa, Nene, Varejao) die deutlich tiefere Bank. Roller ersetzt Hamann  adäquat und ist wegen seiner "Wendigkeit ein unangenehmer Verteidiger" (Stix), Garrett bringt sofort Offensiv-Output. Stix: "Zudem haben wir für die großen Positionen Femerling, Jagla, Schultze und Ohlbrecht, die jeder für sich eine neue Note ins Spiel bringt."

Das spricht für Brasilien: Verfügt mit Murilo Becker und Ex-NBA-Talent Rafael "Baby" Araujo über gestandene Big Men auf der Bank. Beide sind jedoch angeschlagen. Stix: "Das spielt aber keine Rolle. Ich bin mir sicher, dass Sie auf die Zähne beißen und so wie immer spielen. Es geht immerhin um sehr, sehr viel."

Fazit: Vorteil Deutschland. 3,5:2,5.


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