Freitag, 06.06.2008

Antrag auf Strafmilderung abgewiesen

Gatlin bleibt gesperrt

Hamburg - Sprintstart Justin Gatlin aus den USA bleibt für vier Jahre gesperrt und darf bei den Olympischen Spielen in Peking nicht in die Startblöcke.

Leichtathletik, Doping, CAS, Justin Gatlin, Olympia, Peking
© DPA

Der 100-Meter-Goldmedaillengewinner von Athen 2004 scheiterte beim Versuch, seine ohnehin bereits halbierte Achtjahressperre noch einmal reduzieren zu lassen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) gab in Lausanne bekannt, dass der Antrag des Amerikaners zurückgewiesen wurde.

Demnach darf der 26-Jährige nicht wie von ihm erhofft vom 25. Mai an wieder laufen und in China seinen Titel verteidigen.

Das CAS kündigte zudem ohne Begründung an, dass Gatlins Vier-Jahressperre nicht vom 25. Mai, sondern vom 25. Juli 2006 an gilt. Somit wird der ehemalige Weltmeister und Weltrekordler auch bei der WM im nächsten Jahr in Berlin fehlen.

Medikamente gegen Aufmerksamkeitsstörung

Der Amerikaner war am 22. April 2006 bei einem Staffelrennen in Kansas positiv auf Testosteron getestet worden. Da er bereits 2001 des Amphetamin-Dopings überführt worden war, wurde er als Wiederholungstäter am 24. Mai 2006 für acht Jahre gesperrt.

Anfang Januar hatte ein US-Schiedsgericht mit 2:1 Richterstimmen diese Sperre auf vier Jahre reduziert, da Gatlin mit der US-Anti-Doping-Agentur USADA kooperierte.

Gatlin hoffte, dass sein erster Dopingverstoß aufgehoben wird, da er nachweisen konnte, dass der positive Befund aus dem Jahr 2001 das Ergebnis einer Behandlung mit Medikamenten gegen seine von Geburt an vorhandene Aufmerksamkeitsstörung war.

Automatisch für Peking qualifiziert

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte damals seine ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegte Sperre auf zwölf Monate verringert. Hätte das CAS dem Ansinnen Gatlins nachgegeben, hätte er an den am 27. Juni beginnenden US-Meisterschaften in Eugene teilnehmen können.

Für Peking wäre er als Titelverteidiger nach den Statuten des US-Leichtathletik-Verbandes automatisch qualifiziert gewesen. Der Weltverband IAAF hatte sich stets dafür ausgesprochen, Gatlin lebenslang zu sperren.

Bolt schnellster Mann der Welt

Gatlin hatte am 12. Mai 2006 in Doha den Weltrekord des Jamaikaners Asafa Powell (9,77 Sekunden) eingestellt, diese Bestzeit wurde aber annulliert.

Inzwischen hält ihn Powells Landsmann Usain Bolt mit 9,72. Ob der in New York geborene Gatlin noch die Sommerspiele 2012 in London anstrebt, gilt als eher unwahrscheinlich. Der Amerikaner liebäugelte zuletzt immer wieder mit einer Karriere im American Football.


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