Mittwoch, 04.06.2008

Kanu-Kampf um Peking

Brendel gegen Dittmer

Szeged - Olympia-Ticket oder Nachsitzen? Der dreimalige Olympiasieger Andreas Dittmer kann sich beim ersten Kanu-Weltcup der Saison das Startrecht für Peking sichern, doch Junioren-Champion Sebastian Brendel will den Dominator im Canadier-Einer vom Thron stoßen.

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© Getty

Siegt der Jungspund beim Weltcup im ungarischen Szeged und eine Woche später in Duisburg, wäre der Traum vom goldenen Olympia-Abschied für Dittmer beendet. Aber damit rechnet der achtmalige Weltmeister trotz einiger Probleme in dieser Saison nicht.

"Jetzt wird man einen richtigen Zweikampf sehen, mal schauen, wer die Nase vorne hat. Ich will das Olympia-Ticket schon im ersten Versuch buchen", betonte der 36-Jährige, der bei einem Platz unter den ersten Drei vor Brendel für die Spiele planen kann. Andernfalls hat er die nächste Chance, den Generationswechsel zu verhindern, in einer Woche in Duisburg.

Brendl ist bissig

Der Weg zu den in knapp zwei Monaten beginnenden Sommerspielen ist für Dittmer, der im Vorjahr den Quotenplatz für den Verband buchte und daher einen Bonus hat, damit ungleich leichter als für Brendel. Dem Routinier reichen im Canadier-Einer über 500 und 1000 Meter Erfolge in Szeged, während Brendel ihn sowohl dort als auch in Duisburg schlagen müsste.

"Aber es ist total offen, denn bei der Sichtung hat er nicht viel gezeigt. Ich bin optimistisch, dass es über eine Strecke reicht", sagte Brendel. Der 20-Jährige ist in diesem Jahr so stark wie nie, gemessen an den Gesamtergebnissen der nationalen Qualifikation sogar der stärkere Athlet. "Man muss voller Optimismus rangehen, sonst wird das nichts."

Dittmer: "Ihm gehört die Zukunft"

Bei der ersten nationalen Ausscheidung handicapten Dittmer schlechte Blutwerte, bei der zweiten sagte er wegen einer Halswirbelverletzung nach einem Sieg vor dem zweiten Finale ab.

Dagegen trumpfte Brendel national groß auf und holte auch bei der EM Mitte Mai in Mailand zwei Medaillen. "Er hat die Zukunft vor sich", sagte Dittmer, der bei internen Leistungstest überzeugte. "Er kann irgendwann Titel holen, hoffentlich nach mir."

Spannung beim Canadier-Einer

Auf dem Weg nach Peking können außer Dittmer noch 13 andere Kanuten, darunter alle noch aktiven Athen-Olympiasieger, das Ticket lösen, wenngleich es nicht in allen Bootsklassen so spannend ist wie im Canadier-Einer.

Für das Olympia-Startrecht müssen die Erfolgs- Boote aus dem Vorjahr in der ungarischen Kanu-Hochburg als bestes deutsches Boot unter die ersten Drei kommen und dürfen dabei nicht mehr als 1,5 Prozent Rückstand zur Siegerzeit haben. "Das Feld beim Weltcup wird stärker sein als bei einer WM", sagte Dittmer.


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