Freitag, 20.06.2008

Olympia

Hälfte aller Autos in Peking verbannt

Peking - Die bisher umfassendsten Beschränkungen für den Autoverkehr in Peking sollen für bessere Luft und weniger Staus während der Olympischen Spiele sorgen.

Knapp die Hälfte der 3,29 Millionen Autos werden von den Straßen verbannt, kündigte die Stadtregierung an. "Die Beschränkungen sollen den reibungslosen Verkehrsfluss und eine gute Luftqualität während der Spiele garantieren", sagte der Vizedirektor des Verkehrskomitees der Stadt, Zhou Zhengyu, vor der Presse in Peking.

45 Prozent der privaten Autos und bis zu 70 Prozent der Behördenfahrzeuge dürften von den Straßen verschwinden, sagte Zhou Zhengyu voraus. Durch die Fahrverbote dürften Luftschadstoffe um 63 Prozent verringert werden.

Stadt erlässt Fahrverbote

Zwischen dem 20. Juli und dem 20. September dürfen Fahrzeuge nach Autonummern nur jeweils an Tagen mit geradem oder ungeradem Datum fahren. Auch für Lieferwagen gelten Beschränkungen. Wer frische Nahrungsmittel und andere lebensnotwendige Dinge transportiert, muss eine Genehmigung beantragen. Die Fahrverbote gelten bis zum Ende der Sommerspiele vom 8. bis 24. August im gesamten Stadtgebiet. Danach werden sie während der Paralympics bis 20. September auf das Gebiet innerhalb der fünften Ringstraße und die Autobahnen zum Flughafen, zur Großen Mauer bei Badaling und nach Chengde begrenzt.

Auf seinem Weg zur Eröffnungsfeier in Peking macht das olympische Feuer am Samstag in Lhasa Station - der wohl politisch heikelsten Etappe des Fackellaufes. Aus Angst vor Zwischenfällen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der tibetischen Hauptstadt verschärft. Die olympische Flamme, die um die Welt gegangen ist, wird in Lhasa auch mit dem Feuer vereint, das im Mai auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, getragen worden war.

Exiltibeter haben den Fackellauf durch Tibets Hauptstadt scharf kritisiert. Aus ihrer Sicht will Chinas kommunistische Führung damit ihren Machtanspruch auf das größte Hochland der Erde und die Tibeter demonstrieren.

Peking bemüht sich um saubere Spiele

Bei ihren Bemühungen, für saubere Sommerspiele und dopingfreien Sport zu sorgen, haben die chinesischen Behörden 125 Apotheken und pharmazeutische Firmen wegen der Produktion oder des Verkaufs leistungsfördernder Mittel bestraft. 18 Unternehmen verloren ihre Lizenz. Drei Hersteller mussten die Produktion einstellen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die große Mehrheit der bestraften Sünder waren 93 Apotheken.

Der Vizedirektor der Arznei- und Nahrungsmittelaufsicht, Wu Zhen, verteidigte die pharmazeutischen Hersteller, Groß- und Einzelhändler gegen internationale Kritik, dass sie die Anti-Doping-Anforderungen "im wesentlichen" erfüllten.

Dopingfabrik China?

In verschiedenen Ländern, unter anderem in den USA, tauchen immer wieder leistungsfördernde Mittel auf, deren Ursprung nach China zurückverfolgt werden kann. Der Vizedirektor wies darauf hin, dass Substanzen vielfach auch legal exportiert werden und dann in anderen Ländern zur verbotenen Dopingmitteln verarbeitet werden.

Somit trügen auch importierende Länder eine Verantwortung. Nach Hinweisen aus den USA untersuchten die Behörden 37 chinesische Unternehmen, von denen 17 nicht registriert gewesen seien oder durch falsche Angaben die Ermittlungen torpediert hätten. 13 hätten solche Stoffe exportiert, aber verfolgten meist legale Geschäfte, unter anderem mit Erlaubnis der Arzneimittelaufsicht der USA, sagte Wu Zhen laut Xinhua.


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