Sonntag, 08.06.2008

Olympia

Dittmer atmet auf: Nun Medaille in Peking

Szeged - Nach einem misslungenen Saisonstart hat sich Andreas Dittmer doch noch den Doppelstart in Peking gesichert und will dort mit den anderen Athen-Olympiasiegern wieder abräumen.

Kanu, Olympia, Dittmer
© DPA

Der dreimalige Olympiasieger Dittmer buchte am Wochenende beim Weltcup im ungarischen Szeged durch zwei zweite Plätze die Tickets im Canadier-Einer über 500 und 1000 Meter. Nun möchte er sich beim in zwei Monaten beginnenden Saisonhöhepunkt den Karriere-Abschied vergolden.

"Wenn alles passt, kann es zu einer Goldmedaille langen. Aber es ist ein langer Weg und ich freue mich, wenn ich irgendein olympisches Souvenir mit nach Hause nehmen darf", sagte der 36-Jährige vor seinen vierten Olympischen Spielen.

Zurück zu alter Stärke

Zweimal musste sich Dittmer Weltmeister Attila Vajda (Ungarn) in Szeged geschlagen geben, zweimal hielt er aber den 20 Jahre alten Herausforderer Sebastian Brendel (Potsdam) in Schach.

"Ich bin erleichtert, dass ich nach einem verkorksten Saisonstart zur Leistungsstärke zurückgefunden habe", sagte der achtmalige Weltmeister.

Außer Dittmer buchten auch die sechs Athen-Gold-Kanuten Katrin Wagner-Augustin (Potsdam), Carolin Leonhardt (Mannheim), Christian Gille (Leipzig), Tomasz Wylenzek (Essen), Ronald Rauhe und Tim Wieskötter (beide Potsdam) das Ticket.

Hoffnungsvolle Youngster

Dazu gesellen sich ein paar hoffnungsvolle Olympia-Debütanten, wie zum Beispiel Fanny Fischer (Potsdam). Die Nichte der nicht mehr aktiven Rekord-Olympionikin Birgit Fischer gewann mit Nicole Reinhardt (Lampertheim) eindrucksvoll im Kajak-Zweier über 500 Meter und führte als Schlagfrau auch den Vierer zum Sieg über den Erzrivalen Ungarn. "Besser geht es nicht", sagte die 21-Jährige.

Die erfolgreichsten deutschen Sommer-Olympioniken sind zwei Monate vor den Spielen gerüstet. "Das Olympiateam steht größtenteils", sagte Sportdirektor Jens Kahl nach Podestplätzen in zehn der zwölf olympischen Bootsklassen, dabei drei Siege.

"Wir halten an unserer Zielsetzung fest mit drei- bis viermal Gold und insgesamt sechs bis acht Medaillen. Jetzt können wir uns aber langsam auch mal auf die Fußball-Europameisterschaft konzentrieren."

Schlaflose Nächte garantiert

In einer Woche beim Heim-Weltcup in Duisburg wollen die deutschen Kanuten ihre gute Vorstellung aus Ungarn bestätigen, dazu werden die letzten offenen Peking-Startplätze vergeben.

"Viele Gedanken schwirren im Kopf herum. Das wird noch die eine oder andere schlaflose Nacht geben", gestand Cheftrainer Reiner Kießler. "Es verlangt nach harten Entscheidungen und es wird auch traurige Gesichter geben."

Experiment gescheitert

Während die dreimalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin den Kajak-Einer bei den Damen über 500 Meter in Peking paddeln wird, ist dieser Platz bei den Herren noch nicht fix. Jonas Ems (Essen) hat gute Chancen, aber ein Medaillenkandidat ist er nicht.

Eine andere Baustelle ist der Kajak-Zweier über 1000 Meter. Das Experiment, Wieskötter nicht nur über 500 Meter, sondern auch über den Kilometer einzusetzen, ging zulasten der kürzeren Strecke.

"Ich glaube, dass ich die Umstellung vom 1000-Meter-Zweier noch nicht so richtig gepackt habe", gestand Wieskötter, der in Peking die sieben Jahre lange Siegesserie bei Titelkämpfen mit Rauhe über 500 Meter fortsetzen will. Nur Gold zählt also für die beiden.


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