Dienstag, 24.06.2008

Olympia

Bach: Doping-Kontrollen wie nie

Berlin - Peking erlebt in Sachen Doping bei den Olympischen Spielen im August das bisher am striktesten kontrollierte multinationale Ereignis der Sportgeschichte.

thomas bach
© Getty

Dies erklärte Thomas Bach, der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei einer Veranstaltung des Vereins der ausländischen Presse in Deutschland (VAP) in Berlin. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) belegte seine Behauptung unter anderem anhand der geplanten Doping-Kontrollen. Waren vor vier Jahren in Athen noch 3600 Tests vorgenommen worden, so werden es in der chinesischen Hauptstadt 4500 sein.

"Die Regularien wurden verschärft. So muss jetzt jeder Athlet seinen Aufenthalt in der Olympia-Stadt genau dokumentieren", sagte Bach. Zudem habe man aus den Erfahrungen der Winterspiele von Turin gelernt und künftig auch den Besitz von Doping-Präparaten unter Strafe gestellt. Es werde so viele Zielkontrollen bei Athleten mit auffälligen Werten geben wie nie zuvor. Bereits bei einer positiven A-Probe werde das IOC Sofortmaßnahmen einleiten und nicht die Öffnung der B-Probe abwarten, kündigte Bach an.

Den Olympia-Gastgebern bestätigte der ehemalige Fechter lobenswerte Aktivitäten bei der Bekämpfung des Dopings. "Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat Fortschritte konstatiert.

Die Chinesen verfügen über ein erstklassige Labor, in dem einige Experten arbeiten, die in Köln ausgebildet wurden", meinte Bach. "Die Chinesen wissen genau, dass ein noch so großer Erfolg bei den Spielen zunichtegemacht wäre, wenn darauf der Schatten des Doping fallen würde", fügte der IOC-Vize hinzu.

Noch einiges in Planung 

Vollkommen reibungslos laufe die Vorbereitung der Spiele bezüglich der Infrastruktur. "Es gibt architektonisch beeindruckende Stadien, alles ist fertig." Das größte Problem sei weiterhin der Smog. "In den letzten Tage war es wieder besonders schlimm. Die Emissionen müssen dringend eingedämmt werden", forderte Bach.

Die Chinesen planten aber noch einige Maßnahmen: Der Verkehr soll halbiert, viele Fabriken während der Spiele geschlossen werden.

Eine Gängelei der deutschen Athleten, die sich in Peking zu Menschenrechtsverletzungen der Chinesen in Tibet äußern wollen, werde es nicht geben, kündigte Bach an. "Ich habe mit vielen Athleten gesprochen: Einige wollen sich in Pressekonferenzen äußern, einige werden nicht Stellung nehmen. Beides werden wir respektieren", sagte Bach.

Jedoch hätten ihm alle Aktiven versichert, dass sie nicht planen, die Regeln der Olympischen Charta zu verletzen. "So lange die Kritik sachlich und friedlich ist, gibt es nichts dagegen zu sagen." Die Grenzen zur politischen Demonstrationen an den Wettkampfstätten wolle aber kein deutscher Sportler überschreiten.

Keine Vorgaben in der Team-Führung 

Zu möglichen Sanktionen bei Verstößen gegen die Charta wollte sich Bach, der auch Vorsitzender der Disziplinarkommission des IOC ist, nicht äußern. "In unserem Team findet der Meinungsbildungsprozess über ein vom Aktivenbeirat initiiertes Olympia-Net statt. Es wird keine Sprachregelungen oder Vorgaben der Team-Führung geben", stellte Bach klar.

Vom etwa 430 bis 450 Athleten umfassenden Team erwartet der DOSB-Chef, dass der Abwärtstrend seit 1992 gestoppt werden kann. "Medaillen-Vorgaben wird es nicht geben. Zu oft haben sich die Hochrechnungen als falsch erwiesen", sagte Bach.


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