Deutsche Degenherren bei der WM gescheitert

SID
Mittwoch, 03.10.2007 | 15:28 Uhr
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St. Petersburg - Nach vier Medaillen in vier Tagen konnte auch die ärgerliche Pleite der Degenherren die positive Zwischenbilanz der deutschen Fechter nicht trüben.

Bei den Weltmeisterschaften im russischen St. Petersburg hatte Säbel-Spezialist Nicolas Limbach zuvor als erst dritter deutscher Säbelfechter überhaupt mit Bronze eine WM-Einzelmedaille geholt.

Bereits nach fünf von zwölf Mannschaftsentscheidungen verzeichnet der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) seine erfolgreichste WM seit acht Jahren.

Deutschland führt Medaillenspiegel an  

Zwei Einzel-Titel durch Britta Heidemann (Degen) und Peter Joppich (Florett) gab es seit 1990 nicht mehr, die deutsche Equipe führt den Medaillenspiegel an.

"Das ist der Beweis, dass wir weder das Fechten, noch das Siegen verlernt haben. Jetzt müssen wir den Schwung in die Mannschaftsentscheidungen mitnehmen", sagte DFeB-Sportdirektor Claus Janka.

Warum die deutschen Fechter bei einer WM und nicht "nur" bei Weltcup-Turnieren plötzlich so erfolgreich sind, kann so recht keiner erklären.

Limbach freut sich über Bronze 

"Diesmal läuft es einfach, wir haben nichts anderes gemacht, als vorher", sagt Säbel-Bundestrainer Joachim Rieg, dessen Schützling Nicolas Limbach mit Bronze als erst dritter nach Felix Becker und Steffen Wiesinger bei einer WM eine Einzelmedaille holte.

Limbach selbst war zwar nach seiner klaren 11:15-Niederlage im Halbfinale gegen Olympiasieger Aldo Montano (Italien) traurig, konnte sich dann aber doch über sein Edelmetall freuen.

"Ich bin schon zufrieden, aber ich hätte gerne gegen den alten Russen im Finale gefochten", sagte der 21-jährige Dormagener über das entgangene Duell mit Säbel-Ikone Stanislaw Posdniakow, der mit 15:11 gegen Montano seinen insgesamt zehnten WM-Titel gewann.

Fiedler verspielt Führung

Trotz zuvor starker Auftritte in der Vorrunde scheiterten die Tauberbischofsheimer Degenherren früh. Jörg Fiedler verlor in Runde eins gegen den französischen Ex-Weltmeister Ulrich Robeiri nach einer 14:11-Führung noch mit 15:14.

"Besser fechten kann ich nicht. Was nach dem 14:11 passiert ist, weiß ich nicht", meinte Fiedler. "Er hat Angst gekriegt, das war hausgemacht", meinte Sportdirektor Janka und hatte auch bei Sven Schmids 2:3 nach Verlängerung gegen den Ukrainer Dmytro Schumak 2:3 taktische Fehler ausgemacht. Für Norman Ackermann war in der Runde der letzten 32 nach einem 9:15 gegen den Italiener Diego Confalonieri Endstation.

Olympia-Qualifikation steht auf dem Spiel

Die bisherigen Erfolge im Einzel müssen für eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation in den Mannschafts-Wettkämpfen bestätigt werden.

"Da fängt die WM wieder bei Null an", sagte Janka. Nach jetzigem Stand wäre keine deutsche Mannschaft 2008 in Peking dabei. Auffallend ist, dass die einstige Medaillenschmiede Tauberbischofsheim weiter auf die erste Einzelmedaille wartet - wie auch schon 2006. Das letzte Gold aus Mainfranken datiert von 1998 (Sabine Bau im Damenflorett). Dormagen, Leverkusen, Bonn und Koblenz gewannen in diesem Jahr die vier deutschen Medaillen.

In der letzten Einzel-Entscheidung sind alle vier deutschen Florettdamen aus Tauberbischofsheim dabei. Katja Wächter und Sandra Bingenheimer qualifizierten sich souverän in der Vorrunde. Carolin Golubietsky und Anja Schache waren auf Grund ihrer Weltranglisten-Position gesetzt.

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