Radsport

Schwarzer WM-Tag für den BDR

Von dpa

Stuttgart - Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat einen schwarzen WM-Tag erlebt. Sowohl die hoch eingeschätzten deutschen Frauen als auch der U23-Nachwuchs blieben bei den Titelkämpfen in Stuttgart ohne Medaillen.

Die "Operation Gold" der deutschen Frauen ging bei der Straßen-Rad-WM in Stuttgart gründlich daneben - und sorgte im Nachhinein für böses Blut.

Die favorisierten Gastgeberinnen, die 2004 und 2005 die Weltmeisterin gestellt und im Vorjahr Silber gewonnen hatten, mussten sich mit Rang 18 durch Trixi Worrack (Dissen) und Platz 21 von Judith Arndt (Leipzig) zufrieden geben.

Bester deutscher U23-Fahrer über 171,9 Kilometer war danach Dominik Klemme aus Bielefeld auf Rang sieben.

Bastianelli ganz vorne

Strahlende Siegerin nach 133,7 Kilometern war die italienische Außenseiterin Marta Bastianelli, die sich 15 Kilometer vor dem Ziel auf der letzten Runde aus einer größeren Spitzengruppe abgesetzt hatte und die Titelverteidigerin Marianne Vos (Niederlande) mit sechs Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz verwies.

Bronze ging an die Italienerin Giorgia Bronzini.

Slowake holt Gold

Den Titel im U23-Bereich sicherte sich überraschend der Slowake Peter Velits vom Profiteam Wiesenhof, das sich zum Saisonende auflöst. Silber ging an den Australier Wesley Sulzberger, Bronze an Jonathan Bellis aus England.

Wenige Meter vor der Ziellinie waren vier Fahrer zu Sturz gekommen.

Arndt zweimal gestürzt

Die als Vize-Weltmeisterin gestartete Trixi Worrack verlor als beste der sechs Starterinnen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) 13 Sekunden auf die neue Titelträgerin. Sie war aber am Schluss auf sich alleine gestellt, nachdem Judith Arndt elf Kilometer vor dem Ziel zum zweiten Mal im Rennen gestürzt war.

"Ich bin zwei Mal gestürzt, da war dann nichts mehr zu machen. Die Rechnung ist bei uns in den letzten drei Jahren immer aufgegangen, diesmal nicht. Trixi war am Schluss ganz allein chancenlos", sagte Judith Arndt, die ihren Titelgewinn von 2004 wiederholen wollte, aber am Schluss deprimiert 57 Sekunden hinter Bastianelli über die Ziellinie trudelte.

Kupfernagel meckert über Teamleitung

Nach dem Rennen schimpfte Hanka Kupfernagel, die zuvor in Stuttgart Gold im Einzelzeitfahren geholt hatte: "An den Mädels lag es heute nicht, dass es nicht geklappt hat, höchstens an der Teamleitung. Zu meiner Verwunderung sollte ich als erste von uns attackieren. Das tat ich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Die Schlussattacke konnte ich nicht mehr mitgehen, da hatte ich keine Kraft mehr", monierte die Thüringerin, die nach vier Jahren Pause wieder ihre erste Straßen-WM bestritt. Bundestrainer Jochen Dornbusch blieb diplomatisch: "Hanka hat ihren Job gut erfüllt."

Die gefährlichste Situation für die favorisierte deutsche Equipe vor dem Finale wurde ausgangs der vorletzten von sieben Runden bereinigt. Die Italienerin Noemi Cantele, eine der großen Sieg- Anwärterinnen, und die Amerikanerin Amber Neben, die schon 22 Sekunden Vorsprung hatten, wurden gestellt.

Bei der Verfolgungsarbeit tat sich besonders Hanka Kupfernagel hervor. Dafür zahlte sie am Ende den Preis, aus der großen Spitzengruppe, die die letzte Runde in Angriff nahm, zurückzufallen.

Die entscheidende Attacke auf den letzten 19,1 Kilometern des schwierigen, mit drei Steigungen gespickten Kurses, setzten die Italienerinnen.

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