Von Angstschweiß keine Spur

Von dpa
Sonntag, 16.09.2007 | 16:09 Uhr
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Hangzhou - Mit einem selbstbewussten Lächeln fegt Silvia Neid alle Gedanken an ein vorzeitiges Scheitern von Titelverteidiger Deutschland bei der Weltmeisterschaft in China vom Tisch.

Die Fußball-Lehrerin glaubt vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Japan in Hangzhou fest an den Viertelfinal-Einzug.

"Wenn wir in der Defensive so stehen wie gegen England und in der Offensive so agieren wie gegen Argentinien", werde es keine Probleme geben, sagte Neid, ehe sich ihre Miene am Abend nach dem Abschlusstraining verdunkelte.

Bartusiak fällt aus

Denn Saskia Bartusiak, die eigentlich für die Gelb-gesperrte Simone Laudehr ins defensive Mittelfeld rücken sollte, zog sich im Dragon-Stadion bereits nach wenigen Minuten eine Adduktorenzerrung im rechten Bein zu und kann nicht eingesetzt werden.

Dabei hatte sie sich so auf das Spiel gefreut, als sie wenige Stunden zuvor von ihrem geplanten Einsatz hörte.

"Toll, es ist einfach ein super Gefühl, vor so vielen Fans bei einem WM-Spiel dabei zu sein", so die 25-Jährige, die dann am Abend mit hängendem Kopf aus den Stadion schlich.

Neid leidet mit

"Für sie ist es wirklich traurig und für mich richtig ärgerlich, weil ich jetzt vielleicht die ganze Abwehr umbauen muss", so Neid.

Zwar wusste sie selbst noch nicht genau, wie sie das Problem lösen wird. Doch wahrscheinlich ist, dass Linda Bresonik auf die "Sechs" vorrückt und Sonja Fuss oder Babett Peter für Bresonik hinten links verteidigen.

"Jetzt muss ich Plan B hervorholen. Und vielleicht sogar Plan C. Wir haben ja morgens noch den Spaziergang mit Ball", sagte Neid mit einem Anflug von Galgenhumor.

Gruppensieg das Ziel 

Denn auch Sanda Minnert (Oberschenkelzerrung) fehlt weiter. Für sie bleibt Annike Krahn in der Innenverteidigung - und die Zielsetzung unverändert. Neid: "Wir wollen als Gruppensieger weiterkommen. Wir wissen, was wir können."

Genauso sieht es Spielführerin Birgit Prinz.

Trotz allen Respekts vor den quirligen, passsicheren, gut eingespielten und punktgleichen Japanerinnen (4 Zähler) wolle man im Gruppen-Finale keine Kompromisse eingehen. "Wir sind kein Team, das auf Unentschieden spielen kann. Auch wenn ein Punkt genügt, spielen wir auf Sieg."

Garefrekes siegessicher 

Kerstin Garefrekes legt sich noch deutlicher fest: "Wenn wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, werden wir Japan schlagen."

Auch das wenig überzeugende Offensivspiel beim 0:0 gegen England hat vor dem Showdown in Gruppe A keinerlei Selbstzweifel ausgelöst. "Man muss einfach feststellen, dass es an der Weltspitze enger geworden ist", erläuterte Prinz die Nullnummer.

Zwar hätte man gern vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde gelöst, doch verbesserte Teams wie England seien nicht mehr im Vorübergehen wegzuputzen.

Makellose Bilanz keine Erfolgsgarantie 

Auch von der bislang makellosen Statistik gegen Japan - 5 Spiele, 5 Siege - lasse sie sich nicht blenden oder zum Leichtsinn verführen, betonte die 29 Jahre alte Top-Stürmerin aus Frankfurt. "Statistik ist gut, aber eben Statistik. Das ist noch keine Garantie, dass man wieder gewinnt. Wir müssen sehr konzentriert ins Spiel gehen", mahnte Prinz.

Noch nie bei den bisherigen vier WM-Turnieren ist eine deutsche Elf in der Vorrunde gescheitert. Das wäre gemessen an den Ansprüchen und dem Leistungsvermögen des Welt- und Europameisters auch der "Super-Gau".

Zwanziger glaubt an DFB-Damen 

Theo Zwanziger, der wegen dringender Amtsgeschäfte am Sonntag nach Deutschland zurückreiste und zum Viertelfinale am kommenden Samstag wieder vor Ort sein will, kann und mag sich solch ein Szenario nicht vorstellen.

"Das Viertelfinale müssen die Mädchen einfach schaffen und das werden sie auch", betonte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor seinem Rückflug. Und der "Glücksbringer" der DFB-Damen fügte verschmitzt hinzu: "Selbst ohne mich schaffen sie das. Und dann bleibe ich bis zum Finale."

Die voraussichtlichen Mannschaften:

Deutschland: Angerer - Stegemann, Hingst, Krahn, Fuss (Peter) - Garefrekes, Bresonik, Lingor, Behringer - Smisek, Prinz   

Japan: Fukumoto - Isozaki, Yano, Iwashimizu, Ando - Miyamoto - Miyama, Sawa, Sakai - Nagasato, Ohno

Schiedsrichterin: Correa (Kolumbien)

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