Wintersport

Wintersport kompakt: Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen abgesagt

SID
Die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen ist abgesagt worden.
© getty

Die Weltcup-Abfahrt der Männer im Garmisch-Partenkirchen ist am Samstagvormittag wetterbedingt abgesagt worden. Die Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken verpassten eine Woche nach ihrem WM-Triumph ihren sechsten Weltcup-Sieg der laufenden Saison nur knapp. Und Mikaela Shiffrin feierte ihren 56. Sieg im Weltcup.

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Abfahrt in Garmisch abgesagt - Riesenslalom am Sonntag ungewiss

Durch Regen und Schneefall über Nacht war auf der Kandahar eine feste Schicht entstanden, die nicht mehr rechtzeitig beseitigt werden konnte, wie OK-Chef Peter Fischer mitteilte. Das Rennen wäre das letzte in der alpinen Königsdisziplin vor der WM in Are (5. bis 17. Februar) gewesen.

Am Sonntag steht in Garmisch-Partenkirchen der Riesenslalom (10.30 Uhr und 13.30 Uhr im LIVETICKER) auf dem Programm, die Durchführung aber ebenfalls auf der Kippe. "Es wird wieder schwierig, wir erwarten bis zu 30 Zentimeter Neuschnee", sagte Markus Waldner, Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS: "Wir werden alles versuchen." Der Start wurde bereits vorsorglich nach unten verlegt.

Am Samstag, dem Tag der Abfahrt, war "nicht an ein Rennen zu denken", sagte Waldner, "es war unmöglich, den Schnee aus der Strecke zu bringen." Die Organisatoren hätten die Piste am Samstagmorgen noch unter Kontrolle gehabt, doch der einsetzende Regen habe für einen sehr nassen und weichen Schnee gesorgt. "Vom Freien Fall bis ins Ziel fliegst du fast aus den Skischuhen", sagte er.

Kitzbühel-Sieger Josef Ferstl lobte die Entscheidung. "Es macht keinen Sinn. Es muss die Fairness für alle Läufer gegeben sein", sagte er. Die Absage des Heim-Weltcups bezeichnete der 30-Jährige als "mega schade", betonte aber, es gehe auch um die Sicherheit, so kurz vor der WM müsse man es nicht erzwingen.

Auch DSV-Alpinchef Wolfgang Maier stimmte zu. "Es gibt immer das Restrisiko mit dem nassen Neuschnee an der Seite und der relativ schnellen Rennlinie", sagte Maier: "Die Entscheidung kann man vertreten." Die Fokussierung sei sehr auf Are gelegen, man habe nicht noch mehr verletzte Sportler riskieren wollen.

Slalom in Maribor: Shiffrin weit voraus, Geiger Achte

Mikaela Shiffrin (USA) hat im letzten Weltcup-Rennen vor der WM in Are/Schweden (5. bis 17. Februar) ihren 56. Sieg im Weltcup gefeiert. Einen Tag nach dem Riesenslalom, bei dem sie zeitgleich mit Petra Vlhova (Slowakei) Platz eins belegt hatte, gewann sie bei Regen, Temperaturen um 13 Grad und demnach weicher Piste mit einem Vorsprung von 0,77 Sekunden vor Anna Swenn Larsson (Schweden), Dritte wurde Wendy Holdener (Schweiz/+1,15).

WM-Fahrerin Christina Geiger (Oberstdorf) kam nach zwei fehlerhaften Durchgängen auf Rang zehn (+2,72 Sekunden). Die Allgäuerin war die einzige deutsche Läuferin im Finale. Die ebenfalls für die WM qualifizierte Lena Dürr (Germering) hatte sich mit einem Rückstand von 6,06 Sekunden auf die Bestzeit von Shiffrin nicht für den zweiten Lauf qualifizieren können.

Shiffrin liegt nach ihrem 13. Saisonsieg in der ewigen Bestenliste nun auch vor Vreni Schneider (Schweiz/55). Häufiger gewonnen haben nur Annemarie Moser-Pröll (Österreich/62), Marcel Hirscher (Österreich/68), Lindsey Vonn (USA/82) und Ingemar Stenmark (Schweden/86).

Doppelsitzer: Weltmeister Eggert/Benecken in Altenberg auf Platz zwei

Die Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) haben eine Woche nach ihrem WM-Triumph ihren sechsten Weltcup-Sieg der laufenden Saison nur knapp verpasst. Die Thüringer fuhren im sächsischen Altenberg mit 0,043 Sekunden Rückstand hinter den WM-Dritten Thomas Steu/Lorenz Koller aus Österreich auf den zweiten Platz, Robin Geueke/David Gamm (Winterberg) fielen nach Platz drei im ersten Lauf noch auf Rang vier (+0,451) zurück.

"Heute lief es nicht ganz so, wie wir uns das gewünscht haben. Es waren sehr schwierige Bedingungen. Wir sehen, dass wir noch ein bisschen Hausaufgaben machen müssen", sagte Eggert in der ARD. In Winterberg hatte das dominierende Duo in der Vorwoche erfolgreich seinen WM-Titel verteidigt.

Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) hatten nach einem schweren Fahrfehler am Start bereits nach dem ersten Lauf keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung. Trotz der besten Zeit im zweiten Durchgang konnte sich das Duo nicht mehr vom enttäuschenden 19. Rang (+2,801) vorarbeiten.

Im Kampf um den Gesamt-Weltcup liegen Eggert/Benecken mit 810 Punkte nach neun von zwölf Rennen unverändert an der Spitze. Die WM-Zweiten Wendl/Arlt rutschten mit 598 Zählern auf Rang drei ab, neuer Zweiter sind die siegreichen Österreicher Steu/Koller (652).

Weltmeister Loch siegt auch in Altenberg

Deutschlands Vorzeigerodler Felix Loch hat sich eine Woche nach seinem WM-Triumph auch im Weltcup eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Berchtesgadener setzte sich beim Heim-Rennen im sächsischen Altenberg bei schwierigen Bedingungen hauchdünn vor dem WM-Zweiten Reinhard Egger (Österreich) durch und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg der laufenden Saison. Am Ende trennten Loch und Egger lediglich vier Tausendstelsekunden.

Der Weltcupführende Johannes Ludwig sicherte sich mit Rang drei (+0,111) seine vierte Podestplatzierung des Winters. Chris Eißler (Zwickau) fuhr auf den achten Platz, Sebastian Bley (Suhl) landete auf Rang 14.

Skispringen: Seyfarth und Althaus auf dem Podest

Juliane Seyfarth (Ruhla) und die Olympia-Zweite Katharina Althaus (Oberstdorf) haben beim Skisprung-Weltcup in Hinzenbach für ein erneutes deutsches Doppelpodest gesorgt. Während Olympiasiegerin Maren Lundby (Norwegen) in Österreich überlegen ihren vierten Erfolg in Serie feierte, überzeugte vor allem Seyfarth mit Rang zwei. Althaus landete als Dritte zum siebten Mal in dieser Saison auf dem Treppchen.

Auch Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt (Degenfeld) unterstrich zweieinhalb Wochen vor der WM in Seefeld mit Rang sechs ihre aufsteigende Form, Ramona Straub (Langenordnach) landete auf dem 13. Rang. Die deutsche Mannschaft darf sich somit bei der WM große Chancen auf Gold im Teamwettbewerb ausrechnen, der vergangene Woche kurzfristig ins Programm aufgenommen worden war.

Vierte wurde die einstige Seriensiegerin Sara Takanashi aus Japan. Für positive Schlagzeilen sorgte indes Svenja Würth (Baiersbronn): Die 25-Jährige meldete sich 14 Monate nach ihrem in Hinterzarten erlittenen Kreuzbandriss mit Rang 19 stark im Weltcup zurück.

Nicht zu schlagen war Lunby. Die Skandinavierin flog zweimal auf 86,0 m und gewann mit 228,1 Punkten klar vor Seyfarth (215,2) und Althaus (213,2). Im Gesamtweltcup baute Lundby ihre am vergangenen Wochenende eroberte Führung aus, mit 888 Punkten liegt sie vor Althaus (807).

Kombination: Geiger erneut nur von Riiber geschlagen

Kombinierer Vinzenz Geiger hat beim Heim-Weltcup in Klingenthal seinen zweiten Saisonsieg um Millimeter verpasst. Der 21-Jährige aus Oberstdorf musste sich nach Auswertung des Zielfotos dem Dominator Jarl Magnus Riiber (Norwegen) geschlagen geben. Rekordweltmeister Johannes Rydzek (Oberstdorf) stürmte mit einer furiosen Aufholjagd noch vom 13. auf den dritten Rang vor.

"Ich hoffe, dass beim nächsten Mal mein Fuß ein bisschen länger ist", sagte Geiger, der sich nur kurz ärgerte: "Das war ein fast perfekter Tag. Der Sprung war gut, auch das Rennen lief genau, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber dann haben mir Zentimeter gefehlt."

Vollauf zufrieden war auch Hermann Weinbuch. "Das war war sehr, sehr spannend. Der Vinz hat alles rausgeholt", sagte der Bundestrainer. Geiger erlebte zweieinhalb Wochen vor Beginn der Nordischen WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März) ein Deja-vu: Schon am vergangenen Wochenende in Trondheim hatte er den Zielsprint gegen Riiber knapp verloren. Der Skandinavier steht nun bei neun Saisonsiegen und kann schon am Sonntag seinen ersten Triumph im Gesamtweltcup perfekt machen.

Team-Olympiasieger Fabian Rießle (Breitnau) als Sechster und Manuel Faißt (Baiersbronn) als Neunter rundeten das sehr gute deutsche Ergebnis ab. Olympiasieger Eric Frenzel hatte wegen eines grippalen Infekts auf sein Heimspiel verzichtet, auch andere Top-Nationen wie Norwegen, Österreich und Japan waren nicht in Bestbesetzung nach Klingenthal gereist.

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