Maria Höfl-Riesch kritisiert Slalom-Team - Rekorde für Shiffrin und Hirscher

SID
Samstag, 17.03.2018 | 15:48 Uhr
Höfl-Riesch kritisiert Slalom-Team.
© getty
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Die unnachahmlichen Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher feiern beim Weltcup-Finale Rekordsiege - für die Deutschen gibt es Kritik aus berufenem Munde.

Maria Höfl-Riesch hatte schon nach dem ersten Slalom-Lauf genug gesehen. Lena Dürr war beim Weltcup-Finale in Are/Schweden als 15. wieder einmal weit weg von der Spitze und Marina Wallner bereits ausgeschieden, da zog Höfl-Riesch eine ernüchternde Bilanz.

"Es gab den ein oder anderen guten Ansatz, hin und wieder ein Top-10-Resultat", sagte die ARD-Expertin über die zu Ende gehende Saison der deutschen Slalom-Fahrerinnen, "aber alles in allem ist es zu wenig, was da kommt. Die Entwicklung, die man sich seit Jahren verspricht, bleibt aus."

Höfl-Riesch zeigt sich verwundert

Das bestätigte sich im Finale. Während Mikaela Shiffrin nur eine Stunde nach Marcel Hirscher ebenfalls einen Rekordsieg feierte, fiel Dürr sogar noch auf Rang 18 zurück. Ihr Rückstand auf Shiffrin, die ihren neunten Saisonsieg im Slalom-Weltcup holte: 4,54 Sekunden.

"Das ist sehr schade und wundert mich", sagte Höfl-Riesch, habe Dürr am Vortag beim Team Event doch noch drei Siege zu Rang drei beigetragen. Der Deutsche Skiverband habe "sehr viel probiert" in den vergangenen Jahren, um die Mannschaft nach ihrem Rücktritt 2014 nach vorne zu bringen, aber "es hat nichts so richtig gefruchtet", sagte Höfl-Riesch.

Vier Saisonplatzierungen unter den besten Zehn gab es im Olympia-Winter, Dürrs sechster Rang im November in Levi war das beste Ergebnis. Noch immer wartet der DSV auf eine Podestplatzierung in der Ära nach Höfl-Riesch. Sie sei "gespannt", meinte die dreimalige Olympiasiegerin, welche Schritte der Verband nun einleiten werde.

Shiffrin und Hirscher überragen

Ganz anders war die Gefühlslage bei Shiffrin und Hirscher. "Das ist nicht normal", sagte die 23-Jährige über die 1,58 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierte Wendy Holdener. Nach einem kurzen, fast ungläubigen Blick auf die Anzeigetafel schrie Shiffrin ihre Freude heraus. "Das war ein wunderbares Gefühl, da sind die Emotionen der ganzen Saison aus mir herausgebrochen", sagte sie.

Shiffrin übertraf die große Kroatin Janica Kostelic, die es im Winter 2000/2001 auf acht Slalomsiege gebracht hatte. Mehr Saisonerfolge in einer Disziplin hat keine andere Ski-Rennläuferin erreicht. Shiffrin gewann am Samstag ihren siebten Spezialslalom 2017/18, zudem war sie in einem City Event und einem Parallel-Slalom siegreich.

Hirscher holte im Riesenslalom seinen insgesamt 13. Saisonsieg und stellte damit die Bestmarke von Ingemar Stenmark (Schweden/1979) und seines Landsmannes Hermann Maier (2001) ein. Am Sonntag im Slalom kann er das Duo sogar noch übertreffen. "Das ist unglaublich und nicht begreifbar", sagte er.

Bei seinem 58. Weltcup-Sieg, dem 28. im Riesenslalom, lag Hirscher 0,23 Sekunden vor Dauerrivale Henrik Kristoffersen aus Norwegen. Alexander Schmid, einziger für das Weltcup-Finale der besten 25 Riesenslalomfahrer qualifizierter Deutscher, belegte Rang 14.

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