Wintersport

Ski Alpin: Stefan Luitz Zweiter bei Pinturault-Sieg, Sensation durch Schmid

SID
Stefan Luitz ist weiter in toller Form
© getty

Zweiter: Stefan Luitz präsentiert sich erneut als Medaillenanwärter für Olympia, für die Sensation beim Weltcup-Riesenslalom in Val d'Isere aber sorgt ein anderer Deutscher.

Alexander Schmid? Alexander Schmid! Ein international bislang weitgehend unbekannter Ski-Rennläufer aus dem Allgäu hat beim Riesenslalom im französischen Val d'Isere für eine Sensation gesorgt. Schmid, Alexander Schmid, fuhr cool wie ein abgebrühter Routinier auf einem der schwierigsten Hänge im Weltcup mit Startnummer 40 hinein in die Weltklasse auf Rang sechs - und geradewegs zu Olympia. "Wahnsinn, eine unglaubliche Überraschung", sagte Cheftrainer Mathias Berthold.

Dass sich der Allgäuer Stefan Luitz mit dem zweiten Rang (+0,28 Sekunden) hinter Alexis Pinturault aus Frankreich erneut wie ein Medaillenanwärter für die Spiele Pyeongchang (5. bis 29. Februar) präsentierte, das geriet angesichts der beiden Husarenritte von Schmid beinahe zur Nebensache. "Ich bin sprachlos, dass ich überhaupt in den zweiten Lauf gekommen bin", sagte Schmid, der bei seinen bisherigen sieben Starts im Weltcup nie den ersten Lauf überstanden hatte.

Ausgerechnet am Face de Bellevarde fuhr Schmid, im März 2015 immerhin einmal Erster in einem Europacup-Riesenslalom, das Rennen seines Lebens. Im ersten Durchgang, den später selbst der drittplatzierte Marcel Hirscher (Österreich) wegen der äußeren Bedingungen mit Wind und Schneefall als "fast unfahrbar" bezeichnete, kämpfte sich der 23-Jährige auf Rang acht vor. Im Finale dann behielt er die Nerven und legte sogar noch zu.

Zwischenzeitlich saß Schmid sogar in der "leader box" - erkennbar fassungslos. "Ich wusste ja nicht, was da auf mich zukommt", sagte er in der ARD, aber ich habe die Ruhe behalten", dass dann im Ziel die "1" neben seinem Namen aufleuchtete, das sei der "Wahnsinn" gewesen, "das hätte ich im Traum nicht gedacht". Schmid, zuletzt im März 2016 von einer Verletzung zurückgeworfen, war ja auch im Europacup insgesamt nur dreimal in den Top Ten gelandet.

Als er im Fernsehen vorsprechen musste, erkundigte sich Schmid erst mal, ob das denn alles live sei. War es, und kurz danach fiel ihm vor laufender Kamera der nicht minder glückliche Luitz um den Hals - der freute sich über die "enorme" Leistung von Schmid beinahe noch mehr, als über seine eigene: "Er ist so cool gefahren, er hat sich nichts anmerken lassen. Ich freu' mich echt", sagte Luitz. Er hätte dasselbe über sich sagen können, Cheftrainer Berthold merkte allerdings an: "Das letzte Bisschen, um zu gewinnen, hat bei Stefan heute gefehlt im zweiten Lauf."

Nach der Verletzung von Felix Neureuther, der trotz eines Kreuzbandrisses um seine Teilnahme bei Olympia kämpft, ist die deutsche Männer-Mannschaft für Pyeongchang nun schon auf sechs Läufer angewachsen - hinzu kommen könnten noch Fritz Dopfer (Garmisch), der wegen der extremen Bedingungen diesmal auf einen Start verzichtete, und Linus Straßer (München), dessen Stärken aber eher im Slalom am Sonntag liegen.

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