Skispringen: Der große Favoritencheck zur Vierschanzentournee

Von Lukas Zahrer
Wer wird diesmal zum Überflieger der Vierschanzentournee?
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Die Geheimfavoriten

Falls alles zusammenläuft, könnten die folgenden fünf Springer den Favoriten gefährlich werden.

Johann Andre Forfang

Im vergangenen Jahr verpasste Forfang die Tournee, weil er von Trainer Alexander Stöckl degradiert worden war und im Continental Cup starten musste. Vor zwei Jahren belegte er beim Triumph von Peter Prevc in der Gesamtwertung Platz sechs.

Mit zwei Podiumsplatzierungen inklusive Schanzenrekord in Nischni Tagil tankte der 22-Jährige in dieser Saison kräftig Selbstvertrauen und zählt klar zum erweiterten Favoritenkreis.

Junshiro Kobayashi

Einen 13. Platz hatte Kobayashi vor der Saison als bestes Karriereergebnis im Weltcup stehen. Beim Sommer-GP ließ er als Dritter bereits aufhorchen und nahm die gute Form auch zum Auftakt nach Wisla mit, wo er für den ersten japanischen Sieg seit Noriaki Kasai im November 2014 sorgte.

Den Weltcup in Nischni Tagil ließ er wie viele seiner Teamkollegen aus, in Titisee-Neustadt schrammte er mit Platz vier hauchdünn am Podium vorbei. Der ehemalige nordische Kombinierer ist eine echte Wundertüte, dem die nötige Konstanz für einen Tourneesieg noch nicht zuzutrauen ist.

Anders Fannemel

Vor dem Engelberg-Wochenende hatten nur wenige Fannemel auf dem Zettel. In Titisee-Neustadt wurde er 48., in Ruka qualifizierte er sich als 63. nicht einmal für den Wettbewerb.

Sein Truimph in Engelberg kam aus dem Nichts, für die Tournee gibt ihm der Erfolg Aufwind. Speziell die große Schanze von Bischofshofen sollte dem Skiflug-Weltrekordhalter (251,5 Meter) entgegenkommen, auch wenn er gerade dort in den letzten Jahren hinter den Erwartungen zurückblieb.

Kamil Stoch

Stoch war der große Nutznießer von Tandes Defekt im vergangenen Jahr. Mit seinem Tagessieg in Bischofshofen vor gut zwölf Monaten gewann er als zweiter Pole nach Adam Malysz in der Saison 2000/2001 die Tournee. Lange Zeit sah es auch so aus, als ob sich Stoch auch den Gesamtweltcup sichern könnte, doch Stefan Kraft war in Summe zu konstant und fing den Mann aus Zakopane noch ab.

Stoch brachte sich nach schwachen Leistungen zum Auftakt mit zwei Podestplätzen in Engelberg wieder ins Favoritenrennen, auch seine 22 Weltcupsiege sprechen für die Stärken des 28-Jährigen.

Markus Eisenbichler

Im Schatten von Freitag und Wellinger gelangen auch Eisenbichler gute Resultate. Sein Problem: fehlende Konstanz. Seine bisherigen Ergebnisse gleichen einer Achterbahnfahrt.

Bei der Tournee darf sich der Weltmeister im Mixed-Team, der mit 248 Metern den deutschen Skiflug-Rekord hält, keinen Ausreißer nach unten erlauben.

SpringerWislaRukaNis. Tag. 1Nis. Tag. 2Ti.-Neust.Engelb. 1Engelb. 2
Johann Andre Forfang18.2.3.15.7.31.4.
Junshiro Kobayashi1.10.--4.7.8.
Anders Fannemel25.-22.6.48.1.17.
Kamil Stoch2.20.15.7.6.3.2.
Markus Eisenbichler15.5.14.4.20.12.5.