Beinahe-Katastrophe bei Ski-WM in St. Moritz, Düsenjäger durchtrennt Kameraseil

Flieger reißt Seilbahnkamera ab

SID
Freitag, 17.02.2017 | 13:36 Uhr
Hirscher und weitere Topstars saßen im Lift als sich der Vorfall ereignete
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Das rot-weiße Propellerflugzeug flog tief - viel zu tief. Bei der alpinen Ski-WM in St. Moritz wäre es deshalb am Freitag beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Eine Maschine der Show-Staffel "PC-7 Team" der Schweizer Luftwaffe durchtrennte das Tragekabel einer Seilbahnkamera des Schweizer Fernsehens, worauf Teile der Kamera aus großer Höhe in den Zielraum stürzten.

Verletzt wurde nach Angaben der Kantonspolizei Graubünden niemand. Wegen des Zwischenfalls musste aber vorübergehend der Sessellift mit den meisten Rennläufer angehalten werden, Augenzeugen zufolge soll das abgerissene Seil auf das Seil des Sessellifts gefallen sein.

Im Lift saßen zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Top-Stars der Szene wie Felix Neureuther (Partenkirchen) oder der Österreicher Marcel Hirscher, die auf dem Weg zur Besichtigung des Finallaufs im Riesenslalom waren. Neureuther reagierte mit Unverständnis auf den Vorfall. "Es ist immer ein sehr korrektes Volk, das bei jedem Kilometer, den man zu schnell fährt, da rumtut. Und dann können sie nicht einen Meter zu hoch fliegen, das geht mir nicht in den Kopf rein", sagte er. "Das ist eine brutale Geschichte, wir hatten Glück, dass nicht mehr passiert ist", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner.

Die Athleten konnten mit einer Verzögerung von rund 15 Minuten weiterfahren, das Rennen um die Medaillen begann deshalb eine halbe Stunde später als geplant. Stefan Luitz (Bolsterlang) saß ebenfalls im Lift und hatte nur noch wenige Meter bis zur Endstation zurückzulegen. "Ich hätte vielleicht noch raushupfen können, aber es war ein bisschen hoch. Ich war mit dem Maier Wolfgang (Anm.: DSV-Alpindirektor) und dem Hirscher Marcel im Lift, also habe ich mir keine Sorgen gemacht. Weil, wenn der Marcel noch im Lift sitzt, passiert so schnell nix", sagte der Allgäuer.

"Hätte sehr, sehr schlimm ausgehen können"

"Das hätte sehr, sehr schlimm ausgehen können", sagte Neureuther, der im Lift von einem italienischen Trainer über die Hintergründe des außerplanmäßigen Halts informiert wurde. Die Flugstaffel trainierte während der beiden Läufe für ihren für Samstag geplanten Auftritt. Der Flieger habe den Flugplatz im nahe gelegenen Samedan "selbstständig" erreicht, teilte Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden mit, "aus Sicherheistgründen stellte die Sesselbahn Salastrains den Betrieb ein, die Polizei sowie die Militärbehörden haben die Untersuchungen aufgenommen." Weitere Angaben wollte er zunächst nicht machen.

Der Vorfall weckte Erinnerungen an weitere ähnliche Zwischenfälle bei verschiedenen Sportveranstaltungen. Am 22. Dezember 2015 war beim Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio eine abgestürzte Kameradrohne kurz hinter Hirscher auf die Piste gekracht. Im vergangenen August fiel am Rande der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eine Seilbahnkamera aus rund 20 Metern Höhe zu Boden und verletzte mehrere Menschen. Bei Reparaturarbeiten waren beide Trägerseile gerissen.

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