Donnerstag, 17.11.2016

Rodel-Präsident Josef Fendt kritisiert die Organisation

Fendt kritisiert Olympia-Ausrichter

Josef Fendt, deutscher Präsident des Rodel-Weltverbandes FIL, hat die Organisatoren der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea kritisiert. Besonders die Gegebenheiten für die Fernsehproduktion bereiten dem 69-Jährigen Sorgen.

"Die Koreaner versprechen mehr, als sie halten können", sagte Fendt auf einer FIL-Veranstaltung in der WM-Stadt Innsbruck am Donnerstag.

Der Berchtesgadener bemängelte, dass die Lichtprobleme noch nicht geklärt seien und es noch keine unterbrechungsfreie Stromversorgung gebe. "Das Wort Optimismus muss man in Korea haben. Sie haben wenig Erfahrung im Wintersport, im Rennrodeln überhaupt keine", sagte Fendt weiter. Er sei jedoch optimistisch, dass die Probleme zur Weltcup-Premiere im Februar 2017 und spätestens zu Olympia 2018 behoben sind.

Viele Länder seien ungeeignet für Wintersport

Zudem klagte Fendt an, dass die Spiele vom IOC in immer mehr Länder vergeben werden, die keinerlei Wintersport-Infrastruktur vorweisen und diese erst mühsam aufbauen müssen. "Wenn so viele neue Bahnen gebaut werden, kann man nicht auf jeder Bahn in jedem Jahr einen Weltcup austragen", sagte er. Derzeit gebe es weltweit 16 Kunsteisbahnen, aber nur zehn internationale Veranstaltungen pro Jahr.

"Ich hoffe, dass es durch die Agenda 2020 des IOC wieder einen Olympia-Veranstalter geben wird, der keine neue Bahn mehr bauen muss", sagte Fendt.

Fendt erwartet zudem mit gemischten Gefühlen die Veröffentlichung des zweiten Teils des Doping-Berichtes von WADA-Sonderermittler Richard McLaren im Dezember. "Ich bin froh, dass ich in jedem Jahr erwähnen kann, dass es bei uns keinen Dopingfall gegeben hat. Wir sind ein cleaner Sport", sagte der FIL-Präsident: "Ich hoffe, dass das so bleibt, betrachte den zweiten Teil allerdings mit Sorge."

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