Pechstein kämpft weiter: Beschwerde gegen BGH-Urteil eingelegt

Pechstein kämpft gegen BGH-Urteil

SID
Dienstag, 12.07.2016 | 16:46 Uhr
Claudia Pechstein kämpft juristisch trotz des jüngsten Rückschlags am Bundesgerichtshof weiter
© getty
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Claudia Pechstein setzt ihren juristischen Kampf gegen den ISU trotz des jüngsten schweren Rückschlags fort. Die fünfmalige Olympiasiegerin hat fristgerecht Verfassungsbeschwerde gegen das BGH-Urteil vom 7. Juni eingelegt.

Der Bundesgerichtshof hatte ihre Klage auf Schadenersatz für unzulässig erklärt.

"Ich habe immer betont, dass Aufgeben für mich keine Option ist. Zwar war das BGH-Urteil ein äußerst brutaler Schlag für mich, der mir arg zugesetzt hat. Dennoch werde ich den Kampf um Gerechtigkeit bis zum Ende fortsetzen", erklärte Pechstein.

Nur so könnten "die Betrüger von der ISU für das Unrecht, das sie mir angetan haben, zur Rechenschaft gezogen werden", meinte die 44-Jährige.

Wie Pechstein erklärte, habe das BGH-Urteil ihre Grundrechte auf Justizgewährungsanspruch, Berufsfreiheit und den Anspruch auf den gesetzlichen Richter verletzt. Eingereicht wurde die Beschwerde von Christian Kirchberg, Experte für Verfassungsrecht.

Zuvor jedoch muss der BGH über eine Anhörungsrüge entscheiden, die das Pechstein-Lager schon frühzeitig eingereicht hat. "Das BGH-Urteil hat viele Experten sprachlos zurückgelassen. Es weist eklatante Fehler auf und ist letztlich nur dadurch erklärlich, dass hier das System der Sportschiedsgerichtsbarkeit geschützt werden sollte", erklärte ihr Münchner Rechtsbeistand Thomas Summerer.

BGH-Urteil auf Pechsteins Homepage einsehbar

Pechstein setzt bei ihrem Kampf auch auf Transparenz. Deutschlands Wintersport-Rekordolympionikin entschied sich dazu, sowohl das BGH-Urteil als auch die Anhörungsrüge auf ihrer Homepage öffentlich zu machen.

Seit Jahren geht die Berlinerin gegen die 2009 gegen sie verhängte zweijährige Sperre wegen erhöhter Blutwerte und deren Folgen vor. Pechstein führte die Blutwerte stets auf eine von ihrem Vater vererbte Anomalie zurück und wurde in dieser Einschätzung von führenden Hämatologen bestätigt.

Schon mehrmals hat die Eisschnellläuferin angekündigt, zur Not bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen zu wollen.

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