Hermann lässt Skeletonis träumen

SID
Freitag, 19.02.2016 | 18:16 Uhr
Tina Herrmann liegt nach zwei von vier Läufen in Führung
© getty
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Tina Hermann greift bei der WM in Igls nach dem größten deutschen Erfolg seit fünf Jahren. Die 23-Jährige vom Königssee liegt nach zwei von vier Läufen in Führung und kann sich am Samstag erstmals zur Weltmeisterin krönen.

Für die Männer platzte der Traum von einer WM-Medaille dagegen schon am Freitag: Axel Jungk belegte nach vier Durchgängen den undankbaren vierten Platz.

Alle Augen richten sich allerdings auf Senkrechtstarterin Hermann, die den deutschen Skeletonsport nach dem bislang letzten WM-Titel von Marion Thees im Jahr 2011 endlich wieder dauerhaft in der Weltspitze positionieren soll. "Ich war vor dem ersten Lauf schon ziemlich aufgeregt, das hat man auch gemerkt", sagte Hermann, die in diesem Winter auch den Gesamtweltcup anführt: "Morgen will ich noch mal richtig angreifen."

Die Bayerin hatte erst in der vergangenen Saison ihr Debüt im Weltcup gegeben und legt seither eine rasante Entwicklung hin, schon bei ihrer zweiten WM-Teilnahme ist sie die Topfavoritin auf den Titel.

In den entscheidenden Läufen am Samstag (9.45/11.15) deutet nun alles auf ein enges Duell mit Lokalmatadorin Janine Flock hin. Die Österreicherin liegt zur Halbzeit nur 16 Hundertstel hinter Hermann. Nach einem starken zweiten Durchgang mit Laufbestzeit folgt Sophia Griebel (25) aus Suhl völlig überraschend auf dem dritten Platz, 0,53 Sekunden trennen sie von Hermann. Griebel stand im Weltcup nie auf dem Podium und darf nun am Samstag zumindest um WM-Bronze kämpfen.

"Puls von 180"

"Ich habe einen Puls von 180, das war grandios", sagte Griebel: "Ich hoffe, dass ich noch zwei solche Läufe hinbekomme." Vizeweltmeisterin Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) liegt nach einem schwachen zweiten Lauf nur auf Rang acht.

Jungk hatte beim vierten WM-Sieg des lettischen Ausnahmepiloten Martins Dukurs wie erwartet nichts mit dem Kampf um Gold zu tun, die erste WM-Medaille war dem 24-Jährigen aber zuzutrauen. Letztlich fehlten allerdings mehr als sieben Zehntel auf den Südkoreaner Yun Sungbin und Olympiasieger Alexander Tretjakow aus Russland, die zeitgleich den Silberrang belegten.

"Ein vierter Platz ist immer enttäuschend, und der Abstand ist extrem", sagte Jungk: "Es gibt noch viel zu tun für mich." Die weiteren Deutschen holten auf der Olympiabahn von 1976 ebenfalls ordentliche Ergebnisse. Kilian von Schleinitz (Königssee) fuhr auf den siebten Rang, Michael Zachrau (Oberhof) wurde letztlich Elfter.

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