Wintersport

Sander ist ratlos beim Sieg von Jansrud

SID
Andreas Sander hatte sein Debut im Weltcup 2008
© getty

Und wieder ein Sieg für Norwegen: Kjetil Jansrud gewinnt die Olympia-Generalprobe für 2018, Andreas Sander belegt nach guten Leistungen im Training lediglich Rang 27.

Andreas Sander hob enttäuscht die Arme, schüttelte den Kopf und stieß einen kurzen Fluch aus. So hatte er sich die Generalprobe für die Olympischen Spiele 2018 nun wirklich nicht vorgestellt.

"Es war ein bisschen rätselhaft im Ziel", erklärte er nach der Weltcup-Abfahrt von Pyeongchang, "mir ist es ganz gut vorgekommen, aber als ich die Zeit gesehen habe ...". Die Zeit widersprach doch sehr deutlich seinem Gefühl während der Fahrt, am Ende war sie 1,74 Sekunden langsamer als jene von Sieger Kjetil Jansrud aus Norwegen und lediglich gut für Rang 27.

Nach seinen guten Trainingsleistungen und den guten Resultaten in den vorangegangenen Rennen war Sander erkennbar enttäuscht - und er mutmaßte, dass er vielleicht ein wenig Pech gehabt habe mit dem Wind, der den sanften Hügel in Jeongseon umweht.

"Es ist mal windig, mal von vorne, mal von hinten, mal ist gar keiner. Man muss hier Glück haben", sagte der Westfale, der Bester des deutschen Trios war: Der junge Thomas Dreßen (Gilching) fuhr als 30. im zehnten Rennen seiner Weltcup-Karriere zweiten Mal in die Punkteränge, Klaus Brandner (Königssee) verpasste sie als 35. auf der nicht allzu anspruchsvollen Strecke.

"Ein Sieg in der Abfahrt tut schon sehr gut''

Sander wollte seine Platzierung dann aber doch "nicht auf die Bedingungen schieben", denn: "Die Besten sind ja vorne." Und in Jeongseon war dies bislang Jansrud. Erster im ersten Training, Erster im zweiten Training, Erster im Rennen, 0,20 Sekunden vor Dominik Paris aus Südtirol, 0,41 Sekunden vor Steven Nyman aus den USA.

Für Jansrud war es der 13. Sieg im Weltcup - und für die norwegischen Männer im 26. Wettbewerb dieser Saison bereits der 17. "Die Saison ist unglaublich. Es ist schon cool, aber man muss auch bescheiden bleiben. Denn es kommt ein neues Jahr - und es kann nicht jedes Jahr so laufen.''

Dass es nicht in jedem Jahr gut laufen kann, hat Jansrud am eigenen Leib verspürt. In der vergangenen Saison, in der Aksel Lund Svindal wegen eines Achillessehnenrisses im Weltcup fehlte, war er klar die Nummer eins in Abfahrt und Super-G gewesen.

Aber: In diesem Winter fuhr der Super-G-Olympiasieger von 2014 meist hinterher, nur die Kombination im schweizerischen Wengen hatte er gewinnen können. "Ein Sieg in der Abfahrt tut schon sehr gut. Darauf habe ich gewartet", sagte er mit einem Lachen und ergänzte: "Man kann nicht sagen, dass ich nicht so schnell fahre, wenn Aksel da ist. Aber er ist brutal gut gefahren."

Jansrud mit Möglichkeit Svindal zu überholen

Kurioserweise fällt es aber kaum auf, dass Svindal verletzt ist. Nach der Abfahrt von Kitzbühel gab es vier Rennen, alle gewannen die Norweger. Henrik Kristoffersen die Slaloms von Kitzbühel und Schladming, Aleksander Aamodt Kilde die Abfahrt in Garmisch, und nun eben Jansrud die Abfahrt in Jeongseon, die für Olympia 2018 aus einem Berg mit heiligen Bäumen geschnitten wurde.

Jansrud hat bei drei noch ausstehenden Abfahrten jetzt die Möglichkeit, Svindal im Abfahrtsweltcup noch zu überholen. In der Wertung liegt er hinter dem Landsmann (436 Punkte) und Paris (365) auf Rang drei (327).

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