Mittwoch, 13.01.2016

Doll als Achter bester Deutscher

Fourcade dominiert in Ruhpolding

Ohne Simon Schempp läuft das deutsche Team der Weltspitze hinterher. Während Dominator Martin Fourcade aus Frankreich seinen fünften Saisonsieg feierte und auf seinem Weg zum fünften Triumph im Gesamtweltcup in Serie kaum aufzuhalten ist, kam Benedikt Doll als Achter immerhin unter die Top 10.

Gegen Martin Fourcade war erneut kein Kraut gewachsen
© getty
Gegen Martin Fourcade war erneut kein Kraut gewachsen

Bitter verlief das Einzelrennen über 20 km für Erik Lesser. Der Silbermedaillengewinner von Sotschi zeigte sich auf seiner Paradestrecke in der Loipe stark verbessert, schoss jedoch vier Fehler und vergab als 17. die nächste Chance auf die Qualifikation für die WM in Oslo (3. bis 13. März). Vor Lesser landete Andreas Birnbacher (2 Schießfehler) auf Platz 15, hinter ihm Saisondebütant Johannes Kühn (4) und Staffel-Weltmeister Arnd Peiffer (3) auf den Plätzen 21 und 62.

In einer anderen Liga läuft und schießt derweil Fourcade, der nach einem Fehler bei vier Einlagen im Ziel 17,5 Sekunden Vorsprung auf den Österreicher Simon Eder und 28,9 Sekunden auf den Russen Anton Schipulin hatte. Fourcade hatte vor der Saison Schempp als ärgsten Rivalen im Gesamtweltcup ausgemacht. Doch der Uhinger, der vor dem Jahreswechsel dreimal ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte, fehlte in Ruhpolding erneut. Nach seiner Erkältung wolle er sich "zu 100 Prozent auskurieren".

Ob er am Freitag in der Staffel oder am Samstag im Massenstart zum Einsatz kommt, ist offen. Es wären seine ersten Wettkämpfe im neuen Jahr. Ohne ihren herausragenden Teamkollegen zeigen die einst erfolgsverwöhnten Biathleten des DSV derzeit nur Mittelmaß. Immerhin gab sich Lesser zuversichtlich, bald weiter vorne ins Ziel zu kommen. "Ich schaffe es zur Zeit nicht, die Form im Wettkampf rüberzubringen", sagte er, freute sich aber über einen "bombenmäßigen Ski" und die drittbeste Laufzeit aller 103 Starter.

"Habe mich verpokert"

Weniger Glück in der Loipe hatten dagegen die bei starkem Schneefall gestarteten Birnbacher und Peiffer. "Auf den ersten beiden Runden war ich chancenlos wegen des Schneefalls", sagte Birnbacher: "Mit der Trefferquote kann ich zufrieden sein, nur für ganz vorne reicht das eben nicht." Auch Peiffer haderte: "Ich habe mich ein bisschen verpokert. Nach der zweiten Runde habe ich gemerkt, dass die Strecke schneller wird. Aber auch drei Fehler waren einfach zu viel."

Am Donnerstag starten die Frauen um Überfliegerin Laura Dahlmeier mit dem Einzel in die zweite Woche in den Chiemgauer Alpen. Die 22-Jährige aus Partenkirchen hatte zuletzt Verfolgung und Massenstart in Ruhpolding gewonnen und gehört auch in der Königsdisziplin über 15 km zu den großen Favoritinnen. "Ich versuche einfach, so weiterzumachen wie in den vergangenen Tagen, dann schauen wir mal, was rauskommt. Aktuell macht es einfach richtig Spaß", sagte Dahlmeier, die im Gesamtweltcup mit 405 Punkten Vierte ist.


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