Freitag, 15.01.2016

Weltcup in Ruhpolding

Staffel nach Kühn-Patzer nur Fünfter

Einen Tag vor der heiß ersehnten Rückkehr des Ausnahmekönners Simon Schempp haben die deutschen Biathleten beim Heim-Weltcup in Ruhpolding auch in der Staffel das Podest verpasst. Das Quartett des DSV kam bei Wind und leichtem Schneefall in den Chiemgauer Alpen nur auf Platz fünf.

Die deutsche Staffel um Arnd Peiffer wurde in Ruhpolding nur Fünfter
© getty
Die deutsche Staffel um Arnd Peiffer wurde in Ruhpolding nur Fünfter

Johannes Kühn vergab als zweiter Läufer mit drei Strafrunden bereits alle Chancen auf ein Top-Resultat. "Das war einfach schlecht, einfach zu wenig", sagte er. Kühn, der erst ins Team rutschte, weil Ausnahmekönner Simon Schempp auf einen Start verzichtete, war erst zum zweiten Mal im Staffeleinsatz und zeigte Nerven.

Nachdem er im Liegendschießen fehlerfrei geblieben war, traf er stehend nur zwei seiner acht Schüsse. "Wenn du die ersten daneben schießt und die anderen neben dir fertig werden, dann ist es schon schwierig", gab Kühn zu: "Das ist aber keine Ausrede, dass ich drei Strafrunden schieße."

Norwegen siegt mal wieder

Den Sieg vor 13.500 Zuschauern sicherte sich Norwegen mit Ole Einar Björndalen, den Boe-Brüdern Johannes Tignes und Tarjei sowie Schlussläufer Emil Hegle Svendsen mit 14,6 Sekunden Vorsprung auf Russland, das die erste Staffel in Hochfilzen gewonnen hatte.

Dritter wurde Österreich (+35,8), auf Platz vier landete Frankreich (+55,9). Deutschland kam als letzte der favorisierten Nationen mit 1:51,4 Minuten Rückstand auf Norwegen ins Ziel.

"Der fünfte Platz ist sicher nicht die Wunschvorstellung, aber am Ende können wir damit leben", sagte Schlussläufer Benedikt Doll im ZDF. Vorwürfe wollten weder er noch seine Teamkollegen dem niedergeschlagenen Kühn nicht machen: "Wir sind hier bei unserem Heim-Weltcup, da ist der Druck hoch. In diese Rolle muss man erst einmal reichwachsen."

Lesser als Startläufer noch Zweiter

Startläufer Erik Lesser hatte zunächst Hoffnungen auf den ersten Podestplatz deutscher Männer im fünften Rennen beim Weltcup-Double in Ruhpolding geweckt. Der Doppel-Weltmeister aus Frankenhain benötigte nur einen Nachlader und distanzierte die Top-Konkurrenten auf den ersten 7,5 km.

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Lesser gab sich im Anschluss gelöst, die Diskussionen um die fehlende Norm für die WM in Oslo (3. bis 13. März) beschäftigten ihn für einen Moment nicht mehr.

"Startläufer ist der coolste Job, den ich haben kann", sagte Lesser: "Ich habe gezeigt, dass ich vorne weglaufen will und mich nicht auf Scharmützel einlasse."

Als Zweiter hatte er Kühn auf die Strecke geschickt, der erst zum zweiten Mal nach dem Weltcup 2013 in Antholz in der Staffel zum Einsatz kam und prompt Nerven zeigte. Sechs Schüsse im stehenden Anschlag setzte Kühn daneben, tief enttäuscht übergab er mit zwei Minuten Rückstand als Zwölfter auf die führenden Franzosen.

Schempp startet bei Massenstart

Während Arnd Peiffer in der Loipe um Schadensbegrenzung bemüht war, trösteten Trainer und Betreuer Kühn im Ziel. "Ich habe mich extrem verunsichern lassen. Das Stehendschießen ist immer meine Wackeldisziplin, aber normalerweise habe ich das im Griff und schieße nicht drei Strafrunden", sagte der 24-Jährige.

Peiffer, der im vergangenen Jahr neben Lesser, Schempp und Daniel Böhm zum Quartett gehört hatte, das in Kontiolahti/Finnland überraschend den WM-Titel gewann, lief bis auf Platz sechs vor und schickte Benedikt Doll sogar wieder mit Podestchancen auf die Strecke. Gegen die starken Schlussläufer Svendsen, Anton Schipulin, Dominik Landertinger und Quentin Fillon Maillet hatte Doll jedoch wenig entgegenzusetzen.

Nach einer fast zweiwöchigen Zwangspause startet Hoffnungsträger Schempp am Samstag (16.10 Uhr im LIVETICKER) sein Wettkampfjahr. Der dreimalige Saisonsieger wurde zuletzt von einer Erkältung ausgebremst und musste bei seinen Heimrennen schweren Herzens zusehen. "Wir haben ihm die Entscheidung über den Staffelstart überlassen, er wollte noch einen Trainingstag nutzen, um dann voll motiviert den Massenstart anzugehen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.


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