Österreichs Skispringer in der Krise

Schlierenzauer und Co. am Tiefpunkt

SID
Dienstag, 05.01.2016 | 14:18 Uhr
Im Sturzflug: Für Gregor Schlierenzauer ist die Vierschanzentournee vorzeitig beendet
© getty
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Das Vierschanzentournee-Aus von Topstar Gregor Schlierenzauer ist der neuerliche Tiefpunkt für Österreichs Skispringer. Die einstige Schanzen-Großmacht steckt in einer schweren Krise.

Selbst der einstmals stolzeste aller Austria-Adler wirkte wie ein gerupftes Huhn. "Mir fallen keine Antworten mehr ein. Man nimmt mir damit eine Last von den Schultern", sagte Gregor Schlierenzauer, nachdem ihn Österreichs Chefcoach Heinz Kuttin vorzeitig von einer ernüchternden Vierschanzentournee erlöst hatte. Das traurige Aus des mit 53 Weltcup-Siegen erfolgreichsten Skispringers der Welt ist der neuerliche Tiefpunkt für die einstige Schanzen-Übermacht.

"Das tut weh, das zu sehen. Dem Trainerteam geht das an die Nieren", sagte Kuttin vor dem Tournee-Abschlussspringen im heimischen Bischofshofen am Mittwoch (17 Uhr im LIVETICKER). Gemeint hatte Kuttin damit in erster Linie Schlierenzauer, sein Stoßseufzer galt aber auch der Gesamtsituation: Nur ein Tagessieg kann der Tournee noch ein versöhnliches Ende bereiten, die Aussichten aber sind mäßig.

Dass es nach sieben fetten Jahren nichts mit dem achten Tournee-Gesamtsieg eines Österreichers wird, kommt nicht unerwartet. Dass der Co-Gastgeber des Traditions-Bewerbs aber derart schwächelt wird, trifft die Alpenrepublik wie ein Keulenschlag.

Einziger Lichtblick heißt Hayböck

Vor allem das Abschneiden bei der großen Skisprungparty in Innsbruck schmerzte: Elf Österreicher waren angetreten, drei scheiterten in der Quali, vier im ersten Durchgang, einziger Lichtblick war Michael Hayböck, der Bischofshofen-Sieger des Vorjahres, auf Platz fünf. Nur Hayböck, Vierter im Gesamtklassement, kann verhindern, dass erstmals seit 2006 kein Österreicher auf dem Tournee-Podium steht.

Trotz nun 16 Weltcup-Springen in Serie ohne Sieg spricht Kuttin, der 2014 das Erbe von Erfolgscoach Alexander Pointner antrat, von einer Momentaufnahme. "Ich sehe keine Krise. Es kann schnell wieder in die andere Richtung gehen", sagte der Kärntner: "Aber es ist schwer, immer an der Vergangenheit gemessen zu werden."

Dabei ist Österreichs Nationalteam kaum weniger prominent besetzt als in vergangenen Erfolgs-Jahren. Zwar sind in Thomas Morgenstern, Wolfgang Loitzl und Martin Koch drei Stars zurückgetreten, der Kader verfügt aber immer noch über vier Vierschanzentournee-Sieger: Titelverteidiger Stefan Kraft ist jedoch nicht in Vorjahrs-Form, Schlierenzauer, Andreas Kofler sowie Thomas Diethart sind völlig von der Rolle.

Wenige Nachwuchstalente

Auch dahinter sieht es mau aus: Die zweite Reihe um Manuel Poppinger und Manuel Fettner, das zeigt sich bei der Tournee, ist für höhere Aufgaben nicht geeignet. In der Talentschmiede Continental-Cup liegt Clemens Aigner als bester ÖSV-Athlet auf Platz 13. Droht Österreich also auf Jahre ein Statisten-Dasein?

"Kraft und Hayböck haben schon Sensationelles geleistet. Wenige Nationen können nach einer goldenen Generation gleich wieder zwei nachschießen", sagt Deutschlands österreichischer Bundestrainer Werner Schuster über seine Landsleute: "Sie sind aber nicht mehr so breit aufgestellt, das ist der natürliche Lauf der Zeit."

Schusters Vertrag beim Deutschen Ski-Verband (DSV) läuft bis 2019, dann wird es bei den Österreichern nach der Heim-WM in Seefeld ebenfalls eine Zäsur geben - und Erfolgs-Coach Schuster genießt mittlerweile in der Heimat einen Spitzen-Ruf. Auch wenn der 46-Jährige das Thema stets abblockt: Er könnte in drei Jahren die flügellahmen Austria-Adler so aus der Krise führen, wie ihm dies mit den deutschen Springern gelungen ist.

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