Fernandez schreibt Geschichte

SID
Donnerstag, 28.01.2016 | 22:09 Uhr
Javier Fernandez war nicht zu schlagen
© getty
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An historischer Stätte hat der alte und neue Europameister Javier Fernandez Eiskunstlauf-Geschichte geschrieben. Ausgerechnet in der Ondrej-Nepela-Arena holte sich der Spanier hochüberlegen seinen vierten Titel in Serie. Dieses Kunststück war zuletzt dem Namensgeber der Halle in Bratislava und slowakischen Sporthelden zwischen 1970 und 1973 gelungen.

Vor 7000 Zuschauern erlief der Weltmeister zu Swingklängen mit Frank Sinatra insgesamt 302,77 Punkte, eine persönliche Bestleistung. Seine Konkurrenten waren absolut chancenlos, Silber holte sich Alexej Bychenko aus Israel (242,56), der Russe Maxim Kowtun (242,21) kam auf den dritten Platz.

Die deutschen Läufer enttäuschten nicht nur die zahlreichen angereisten Fans, sondern verspielten auch den zweiten deutschen Startplatz für die EM 2017 im tschechischen Ostrau. Der deutsche Meister Franz Streubel aus Oberstdorf kam auf den 14. Platz, 16. wurde der Berliner Fentz.

Konditionsmängel unübersehbar

Beide Athleten konnten den verletzten Olympia-Achten Peter Liebers aus Berlin nicht adäquat vertreten, Konditionsmängel waren unübersehbar. "So reicht es bei der WM in Boston nicht für das Finale", sagte Streubel selbstkritisch, dort wird der 24-Jährige unabhängig von seinem EM-Abschneiden Anfang April an den Start gehen.

Das Debütantenduell der deutschen Eistänzer hatten bereits am Nachmittag Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis klar zu ihren Gunsten entschieden. Nach dem Kurztanz liegen die deutschen Meister aus Oberstdorf als 13. deutlich vor den beiden Dortmundern Katharina Müller und Tim Dieck, die als 23. die Qualifikation für das Kürfinale am Sonntag (14.30 Uhr/Eurosport2) verpassten.

Als Führende gehen Anna Cappellini und Luca Lanotte mit 72,31 Punkten in die Kürentscheidung. Den Ex-Weltmeistern aus Italien am nächsten kamen die französischen Titelverteidiger Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron (70,74) sowie die Russen Jekaterina Bobrowa und Dimitri Solowjew (68,71).

Supereinstand

Noch bei den nationalen Titelkämpfen in Essen waren Müller/Dieck als Führende in die Kürentscheidung gegangen, doch diesmal sorgten die Schützlinge des US-Startrainers Igor Shpilband vom ersten Takt an für klare Verhältnisse. Die beiden 20-Jährigen sammelten überdies mehr als 29 Technikpunkte ein und knackten damit die letzte noch fehlende Form für die Welttitelkämpfe Anfang April in Boston.

"Das war ein Supereinstand für uns", sagte Polizoakis, der erst vor einem Jahr vom Einzellauf zum Eistanz gewechselt war. Coach Shpilband, der schon mehrere Paare zum WM-Titel führte, war ebenfalls angetan: "Ich habe noch keinen Einzelläufer gesehen, der so schnell zu einem guten Eistänzer geworden ist."

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (14.00 Uhr) mit dem Kurzprogramm der Paare fortgesetzt. Dabei geben die fünfmalige Weltmeisterin Aljona Savchenko und ihr neuer französischer Partner Bruno Massot ihr gemeinsames EM-Debüt.

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