Freitag, 29.01.2016

EM-Debüt gelungen

Savchenko/Massot wahren Titelchancen

Jubel, Umarmungen und strahlende Gesichter: Nach einem nahezu perfekten Kurzprogramm dürfen Paarläuferin Aljona Savchenko und ihr neuer Partner Bruno Massot gleich bei ihrem gemeinsamen EM-Debüt vom Titel träumen. "Wir sind so glücklich, jetzt ist die Vorfreude auf die Kür riesengroß", sagte die 32-Jährige mit unüberhörbarer Erleichterung.

Aljona Savchenko und Bruno Massot boten ein starkes Kurzprogramm
© getty
Aljona Savchenko und Bruno Massot boten ein starkes Kurzprogramm

In der mit 6000 Zuschauern gut gefüllten Ondrej-Nepela-Arena in Bratislava kam die fünfmalige Weltmeisterin mit dem fünf Jahre jüngeren Franzosen an ihrer Seite auf 75,54 Punkte. Zwar übernahmen die russischen Olympiasieger Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow mit 79,77 Zählern die Führung, doch dieser Rückstand ist absolut aufholbar. Auf Bronzekurs liegen die von Savchenkos Ex-Partner Robin Szolkowy betreuten Russen Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow (70,17).

Mit einem dreifachen russischen Triumph endete am Abend die Damen-Konkurrenz. Neue Titelträgerin wurde Junioren-Weltmeisterin Jewgenija Medwedewa (215,45) vor Jelena Radjonowa (209,99) und Anna Pogorilaja (187,05). Die Mannheimerin Nathalie Weinzierl bestätigte ihre gute Leistung aus dem Kurzprogamm mit einer sturzfreien Kür und belegte mit 160,64 Punkten den siebten Platz.

"Ich musste auf dem Eis viel ausblenden, aber ich habe gelernt, mich nach Fehlern im Programm schnell wieder zu konzentrieren", sagte die 21-Jährige, die ihre Teilnahme an einer Mannschaftssitzung nicht formgerecht abgesagt hatte und dafür mit einem vorübergehenden Ausschluss aus dem deutschen EM-Team bestraft worden war. Durch ihre Platzierung bescherte die deutsche Vize-Meisterin der Deutschen Eislauf-Union einen zweiten Startplatz für die EM 2017.

18 Monate Training

Für Savchenko/Massot, die wegen einer Freigabepokers um Massot 18 Monate lang nur trainieren durften, sogar ein noch besseres Punktergebnis möglich gewesen. Doch beim dreifachen Toe-Loop konnte die gebürtige Ukrainerin nur mit Mühe einen Sturz vermeiden, Massot landete den Sprung auf beiden Füßen.

Diesen kleinen Lapsus machten die Schützlinge von Trainer Alexander König indes durch ihren ästhetischen Laufstil sowie spektakuläre Hebungen und Würfe zu einem Cirque-du-Soleil-Thema mehr als wett. Coach König jedenfalls war mit seinen beiden Schützlingen durchaus zufrieden.

"Beim Toe-Loop ging mein Puls über 180, aber am Schluss war das schon ein kleiner Glücksmoment nach unserem nicht einfachen gemeinsamen Weg", sagte der Oberstdorfer, der bis zur Kürentscheidung am Samstag beruhigend auf sein Duo einwirken will: "Die Aufregung kommt noch früh genug."

Aufatmen bei medizinischer Abteilung

Aufatmen durfte auch die medizinische Abteilung der DEU: Der Rücken der mit Schmerzen angereisten Savchenko hielt, unmittelbar nach der Kurzkür wurde sie schon wieder behandelt, nahm diese Prozedur aber mit Humor: "Da sind sie wieder alle auf mir drauf."

Im Windschatten des deutschen Top-Paares schufen sich auch Mari Vartmann aus Düsseldorf und der Oberstdorfer Ruben Blommaert, ebenfalls erstmals gemeinsam bei europäischen Titelkämpfen eine exzellente Ausgangsposition. Mit 62,90 Punkten verfehlten die deutschen Vize-Meister ihre Saisonbestleistung zwar knapp, liegen aber als überraschende Vierte mehr als im Soll.

"Mari und Ruben konnten ihr Tief von den deutschen Meisterschaften erfreulich gut wegstecken", sagte Trainer Daniel Wende, die 27-Jährige war indes dennoch nicht ganz glücklich: "Ich wollte die 65er-Marke knacken, das ist uns leider nicht gelungen." Somit sind die Medaillenaussichten von Vartmann/Blommaert ungeachtet des gelungenen Auftrittes mehr als vage.


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