Wintersport kompakt

Kamele sind kein Verbrechen!

Montag, 11.01.2016 | 17:00 Uhr
Die deutschen Wintersportler erlebten Höhen und Tiefen an diesem Wochenende
© getty
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Ohne Simon Schempp sieht es bei den Biathlon-Herren eher mau aus, doch bei den Damen wächst ein neues Gold-Mädel heran. In Willingen will ein ungewöhnlicher Gast ins Stadion und verpasst Konservendose Prevc, während Rebensburg der Speed Queen fast die Tour vermasselt. Außerdem: Norwegen dominiert den Langlauf und im Eisschnelllauf zahlen die deutschen Hoffnungen ordentlich Lehrgeld.

Frau des Wochenendes: Laura Dahlmeier

Seit dem Abgang von Deutschlands Gold-Lena sucht das Damen-Biathlon eine neue Königin, die Schwarz-Rot-Gold wieder in Partystimmung versetzt. Die 22-Jährige Laura Dahlmeier scheint in diese großen Skistiefel so langsam reinzuwachsen und sicherte sich in Ruhpolding den Sieg in der Verfolgung und im Massenstart.

Die Triumphe bescherten ihr damit die Weltcup-Siege Nummer fünf und sechs: "Dass es aktuell so läuft, ist natürlich ein Traum!" Auf die Vergleiche mit Magdalena Neuner angesprochen, erklärte Dahlmeier: "So etwas muss zwangsläufig kommen, aber ich denke, dass jeder Sportler einzigartig ist. Sie hatte ihre Stärken, ich habe meine Stärken." Zumindest ist der Spitzname von Gold-Laura schon programmiert...

Mann des Wochenendes: Martin Johnsrud Sundby

Die Überraschung war überschaubar, aber was Sundby bei der Tour de Ski in den Pulverschnee fräste, war aller Ehren wert. Fünf von acht Etappen gewann der Langlauf-König, der sich auf der Tour den dritten Triumph in Folge sicherte und zusammen mit Landsmännin Therese Johaug die Dominanz der norwegischen Langläufer manifestierte. Darüber hinaus schloss Sundby mit einem Rekord-Vorsprung von 3:09,9 Minuten auf Landsmann Finnn Haagen Krogh ab. Die Konkurrenz scheint derzeit kein Mittel zu finden, um Mister Tour in Bedrängnis zu bringen.

Unglücksrabe des Wochenendes: Viktoria Rebensburg

Auch wenn Lindsey Vonn erneut großen Spaß auf den Weltcup-Pisten rund um den Globus hat, so gibt es doch immer wieder die Möglichkeit, am Thron der Speed Queen zu sägen. Beinahe in Kettensägen-Manier schoss Viktoria Rebensburg am Sonntag den Hang von Zuchensee hinunter und lag kurz vor dem Ziel mit 0,35 Sekunden Vorsprung auf Siegerkurs in der Abfahrt.

Dann folgte das Unglück. Die 26-Jährige erwischte einen Schlag, flog fast aus der Kurve und landete schließlich auf dem 11. Platz: "Bis zum Fehler ist mir ein guter Lauf gelungen, umso mehr ärgert mich der Fehler unten", sprach eine frustrierte Rebensburg nach dem Rennen. Vonn zog mit ihrem knappen Erfolg mit Annemarie Moser-Pröll gleich, die bisher den alleinigen Rekord für die meisten Abfahrts-Siege bei den Damen hielt (36). Dazu gab es gleich ein hübsches Foto inklusive breitem Siegerlächeln.

Fan des Wochenendes: Mit Kamel ins Stadion

Keine Pyro im Stadion, keine Flaschen über 0,5 Liter und keine Kamele. Kamele? Ja, keine Kamele! Auf dieses Verbot muss ausdrücklich hingewiesen werden, da ein begeisterter Skisprung-Fan in Willingen einen kuriosen Einfall hatte. Wieso nicht mit einem tierischen Wüstenschiff das Wintersport-Event besuchen?

An der Leine wollte ein Fan das Kamel in Stadion führen, um sich mit dem Vierbeiner eine gute Zeit machen. Doch Tiere sind an der Schanze generell nicht erlaubt: "Einen eigenen Kamel-Abstellplatz hatte der Ski-Club nicht eingerichtet - und so kam das Kamel nicht durch das Nadelöhr Einlasskontrolle", hieß es in einer Pressemitteilung aus der Party-Hochburg Willingen.

Konservendose des Wochenendes: Peter Prevc

Nach einem überragenden Satz im Probedurchgang ließ Skisprung-Dominator Peter Prevc zwei Sätze über 148,5 Meter und 145,5 Meter im Wettbewerb folgen, der Slowene fliegt weiter in eigenen Sphären durch die Luft. Prevc konservierte seine Form der Vierschanzentournee und ließ in Willingen keine Zweifel an seiner Vormachtstellung aufkommen. Für Severin Freund gab es immerhin ein Plätzchen auf dem Podest, sodass die Stimmung bei den deutschen Fans im Party-Modus verblieb, nachdem die DSV-Adler im Team-Wettbewerb bereits die Spitze erklommen hatten. Hinzu kam die starke Leistung von Andreas Wellinger, der auf dem fünften Rang landete.

Im Aufwind des Wochenendes: Felix Loch

Ein wenig hatte der Rodler mit eingebautem Sieger-Abo schon zu knabbern an dem miesen Start in die neue Saison. Doch der Olympiasieger ließ sich nicht beirren und setzte nach seinem Triumph in Calgary gleich das nächste Ausrufezeichen bei seiner Aufholjagd im Gesamtklassement. Beim freudigen Kanalrasen im lettischen Sigulda setzte sich Loch an die Spitze, obwohl ihm die Strecke nicht sonderlich gut liegt: "Ich wusste, dass es insgesamt laufen kann, aber jetzt kriege ich es auch wieder auf die Bahn." Damit schiebt sich Loch auf Rang zwei in der Gesamtwertung und nimmt nun den Österreicher Wolfgang Kindl ins Visier.

"Ohne geht nicht" des Wochenendes: Simon Schempp fällt aus

Während die Biathlon-Damen in Person von Laura Dahlmeier einen freudigen Wochenausklang erlebten, litten die DSV-Herren unter dem Ausfall ihres Zugpferds. Eine Erkrankung legte Schempp und damit auch die Podest-Hoffnungen der deutschen Biathleten lahm. Da die WM für Schempp oberste Priorität hat, wollte er seine Halsschmerzen lieber auskurieren - Rivale Fourcade hat ohnehin einen gehörigen Vorsprung in der Gesamtwertung: "Er ist not amused, aber wenn man nicht zu 100 Prozent fit ist, muss man hier nicht antreten", erklärte der DSV-Pressesprecher.

Lehrgeld des Wochenendes: Eisschnellläufer suchen den Anschluss

Das waren noch Zeiten, als Gunda Niemann-Stirnemann und Claudia Pechstein über die Eisschnelllauf-Bahnen dieser Welt fegten und die Konkurrenz in Grund und Boden skateten. Mittlerweile sucht man in Deutschland den Anschluss an die Weltspitze und hat dafür ein junges Team zusammengestellt. Das bringt zwar einiges an Talent mit, kann aber noch nicht in Podest-Regionen vorstoßen. Anschauungsunterricht lieferte die Mehrkampf-EM: Die 19-Jährige Leia Behlau schloss auf Platz 16 mit dem vorletzten Rang ab, für Felix Maly reichte es nur zu Platz 18 und Jonas Pflug musste sich einer Leistenverletzung beugen. Das Positive: Da ist noch genug Luft nach oben.

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