Nach Rückzug von Eicher

Jasch und Ebert neue Bundestrainer

SID
Mittwoch, 06.05.2015 | 11:49 Uhr
Die deutschen Eisschnellläufer werden zukünftig von einem gleichberechtigten Duo betreut
© getty
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Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft hat den Posten des Chef-Bundestrainers gestrichen und geht mit einem gleichberechtigten Duo in die Zukunft. Der bisherige Co-Bundestrainer Helge Jasch ist fortan für die Mehrkämpfer verantwortlich, Klaus Ebert wird Bundestrainer Sprint. Dies teilte die DESG am Mittwoch im Bundesleistungszentrum Kienbaum bei Berlin mit.

Der bisherige Chef-Coach Markus Eicher (61) hatte sich zum 1. Mai aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgezogen. Eicher zollte damit seinem Körper Tribut. "Ich muss von der Belastung her runter", hatte er dem SID erklärt. Zwar sei er wieder stabil, aber in Zukunft sicherlich nicht mehr so belastungsfähig. Er wolle seinem Sport aber als Stützpunkttrainer erhalten bleiben.

Die DESG steht nach der Enttäuschung von Sotschi enorm unter Druck. In Russland war das Eisschnelllauf-Team im vergangenen Jahr erstmals seit 50 Jahren ohne olympische Medaille geblieben. Für DESG-Sportdirektor Robert Bartko (39) ist die neue Struktur "die zweite Chance" für Eisschnelllauf und Shorttrack in Deutschland.

Bartko erhofft sich regionale Unterstützung

"Die zwei WM-Medaillen und eine starke Weltcup-Saison hatten uns etwas Luft verschafft, aber sie ist noch dünn", sagte der frühere Radprofi, der 2000 in Sydney Doppel-Olympiasieger auf der Bahn geworden war. Bei der Einzelstrecken-WM in Heerenveen hatten Claudia Pechstein (5000 m) und Patrick Beckert (10.000 m) jeweils Bronze gewonnen.

Der Berliner Bartko, der seit vier Monaten im Amt ist, fordert klare Richtlinienkompetenzen und wünscht, dass die nationalen Ziele auch regional Unterstützung finden. Es gelte, die Förderung durch Erfolge auf dem Eis zurückzuzahlen. "Schließlich haben wir neben den Niederlanden die zweitbeste Struktur der Welt", so Bartko. Wichtig sei es zum Beispiel, die Kooperationen mit Institutionen wie IAT (Institut für Angewandte Trainingswissenschaft) und FES (Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten) zu intensivieren.

Die Potenziale müssten besser genutzt werden, fordert Bartko und will damit eine Aufbruchstimmung im deutschen Eisschnelllauf-Lager erzeugen. "Bei unseren Rahmenbedingungen und dem Knowhow wird es uns gelingen, den Anschluss zu schaffen", so Bartkow. Zwei Medaillen bei den nächsten Winterspielen 2018 lautet die erste Vorgabe. Bis 2030 soll das deutsche Eisschnelllaufen wieder über internationale Stärke verfügen, heißt es in der Mitteilung.

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