Samstag, 21.02.2015

WM in Falun- Einzel, Normalschanze

Freund holt Silber - Gold an Velta

Als der Medaillen-Fluch endlich gebannt war, hob Severin Freund die Arme in den schwedischen Abendhimmel und setzte sein breitestes Grinsen auf. Mit Silber in der WM-Entscheidung auf der Normalschanze von Falun hat der 26-Jährige endlich das ersehnte erste Edelmetall in einem großen Einzel-Wettbewerb gewonnen. Der erträumte Gold allerdings ging überraschend an den Norweger Rune Velta.

Severin Freund verpasste die Goldmedaille von der Normalschanze nur knapp
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Severin Freund verpasste die Goldmedaille von der Normalschanze nur knapp

"Ich bin verdammt glücklich. Es war ein geiler Wettkampf mit einem grandiosen Ende für mich", sagte Freund, der auf 95,5 und 96,0 Meter flog. Mit 252,3 Punkten fehlten dem Niederbayern ganze 0,4 Zähler zu Velta, der bislang noch nie einen Weltcup gewann. Bronze ging an Vierschanzentournee-Gewinner Stefan Kraft aus Österreich (248,3).

Für Freund war es ein Erfolg, der wohl noch höher einzuschätzen ist als sein Abbruch-Sieg bei der Skiflug-WM im vergangenen Jahr in Harrachov. "Die Silbermedaille ist echt viel wert. Severin hätte Weltmeister werden können, wenn er im ersten Durchgang den Telemark gesetzt hätte", sagte Bundestrainer Werner Schuster einen Tag nach dem Gold-Coup von Carina Vogt an gleicher Stelle.

Das Springen von der Normalschanze im RE-LIVE

Nach dem ersten Durchgang hatte Freund noch auf Rang drei gelegen, nur eine verpatzte Landung verhinderte die Führung und damit am Ende wohl Gold. Letzter deutscher Medaillengewinner war zuvor Martin Schmitt mit Silber bei der WM 2009 gewesen. Der im vergangenen Jahr zurückgetretene Schmitt hatte 2001 auch für den bis heute letzten deutschen Titel gesorgt.

Tolles Mannschaftsergebnis

"Mein zweiter Sprung war megageil. Aber leider bin ich nur einmal sauber gelandet, das war der Schlüssel zum Erfolg. Es gibt keinen Zweifel, dass Rune verdient gewonnen hat", sagte Freund. Velta konnte derweil sein Glück kaum fassen. "Ich hatte schon heute Morgen ein gutes Gefühl, aber damit hätte ich nie gerechnet", sagte 25-Jährige nach der knappsten Entscheidung der WM-Geschichte auf der Normalschanze.

Freund setzte dennoch mit Blick auf den Wettbewerb vom großen Bakken am Donnerstag ein deutliches Ausrufezeichen. Der zweite Sprung des fünfmaligen Saisonsiegers aus Rastbüchl war sogar der beste des gesamten Tages. "Man kann nur den Hut vor Severin ziehen. Trotzdem schade um die 0,4 Punkte", sagte Richard Freitag (Aue), der als Siebter ebenfalls eine starke Leistung zeigte.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Marinus Kraus (Oberaudorf) und Andreas Wellinger (Ruhpolding) folgten auf den guten Rängen zehn und elf. Für Wellinger war es drei Monate nach seinem schweren Sturz in Kuusamo der erste große Wettkampf und ein gelungenes Comeback. "Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe. Ich bin knapp dran, es fehlen noch Kleinigkeiten", sagte der 19-Jährige: "Bei Severin haben wir gehofft, dass es reicht. Sein zweiter Sprung war sensationell."

Titelverteidiger Anders Bardal aus Norwegen wurde am Ende Sechster, Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch (Polen) musste sich mit dem enttäuschenden 17. Rang begnügen. Superstar Gregor Schlierenzauer (Österreich) landete sogar nur auf dem 22. Platz.

"Carina ist super drauf"

Ein eher mäßiges Comeback gab der viermalige Olympiasieger Simon Ammann. Der Schweizer, der im letzten Springen der Vierschanzentournee schwer gestürzt war, belegte den 16. Rang. "Leider war der erste Sprung schlecht. Es braucht eine Weile, bis ich das verdaut habe", sagte Ammann.

Andere prominente Namen schafften es erst gar nicht in den zweiten Durchgang. Der 42 Jahre alte Oldie Noriaki Kasai (Japan) scheiterte als 35. ebenso vorzeitig wie der hoch eingeschätzte Pole Piotr Zyla oder der Slowene Jurij Tepes, WM-Dritter mit dem Team 2011.

Die nächste Medaillenchance bietet sich Freund schon am Sonntag im Mixed-Springen. Auch dank Weltmeisterin Vogt gilt das DSV-Quartett bei dem nicht olympischen Wettbewerb als Mitfavorit. "Carina ist super drauf", sagte Freund: "Da könnte was gehen für uns."


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