Freitag, 27.02.2015

Nordische Ski-WM

Freund denkt nur ans nächste Gold

So überlegen der WM-Triumph, so spartanisch die Siegesfeier: Skisprung-Weltmeister Severin Freund gönnte sich nach seinem Wahnsinns-Wettkampf von Falun eine Flasche Bier im Kreise der Teamkollegen, lauschte der kurzen Rede von Bundestrainer Werner Schuster - und fiel dann völlig erschöpft ins Bett.

Severin Freund will auch im Team-Wettbewerb jubeln
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Severin Freund will auch im Team-Wettbewerb jubeln

"Wir sind hier noch lange nicht fertig", sagte Freund und träumte schon von der nächsten Medaille.

Am Samstag winkt in der Tat Historisches: Im Team-Wettbewerb (17.00 Uhr im LIVE-TICKER) kann Freund sein drittes Gold in Falun gewinnen, es wäre seine vierte Medaille innerhalb von nur acht Tagen. Mit dreimal Gold und einmal Silber würde der seit Wochen überragende Freund zudem den WM-Rekord des Österreichers Thomas Morgenstern aus dem Jahr 2011 einstellen.

"Unser Team ist stark genug, um eine Medaille zu holen. Welche, wird sicher spannend", sagte Freund, der schon vor dem Wettkampf der große Gewinner von Falun ist. Stolze 14 Jahre nach Martin Schmitts Triumph 2001 in Lahti darf sich wieder ein deutscher Skispringer Weltmeister nennen. "Das war ein wichtiger und großer Schritt in meiner Karriere", sagte der Team-Olympiasieger.

Kein "ewiger Vierter" mehr

Bis vor zwei Jahren verfolgte Freund noch das Image des "ewigen Vierten", doch damit ist nun Schluss. Wer innerhalb eines Jahres Team-Gold bei Olympia in Sotschi holt, Skiflug-Weltmeister in Harrachov wird und dann als Krönung bei der WM absahnt, gehört zweifellos in die Kategorie eines Hannawald, Schmitt oder Weißflog. "Sotschi und Harrachov waren Schlüsselerlebnisse. Diese Erfolge haben es mir leichter gemacht", sagte Freund im Rückblick.

Die überragende Leistung des DSV-Adlers erkannten auch dessen Vorgänger neidlos an. "Eine Medaille konnte man schon erwarten. Aber dass es Gold wird, konnte man nicht vorhersehen", sagte Jens Weißflog dem SID und bezeichnete die Vorstellung des Wahl-Münchners als "phänomenal". Sven Hannawald gratulierte: "Es gibt keinen Weltmeister, der es so verdient hat wie Severin Freund. Überragend."

Unglaubliche 22,3 Punkte Vorsprung hatte Freund auf den Österreicher Gregor Schlierenzauer, ein wenig gerührt war da auch Schuster. "Ich bin in solchen Momenten demütig und dankbar, dass ich so etwas erleben darf", sagte der Coach, der seit seinem Amtsantritt im Jahr 2008 das deutsche Skispringen wieder auf Vordermann gebracht hat. "Falun ist nicht in einer Woche entschieden worden. Das war das Produkt jahrelanger Arbeit", sagte Schuster.

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Freund zufrieden wie nie

Harte Arbeit, die sich endlich auszahlte. "Diese Sportart gibt mir neben Medaillen und Erfolgen so viel, dass ich um keine Minute trauere, die da hineingeflossen ist", sagte Freund und wirkte zufrieden wie nie. WM-Gold sei allerdings nie seine oberste Priorität gewesen, betonte der Student: "Meiner Meinung nach ist der Gesamtweltcup das Größte, was man gewinnen kann."

Die Chance dazu bietet sich noch in diesem Winter, zuvor aber wartet der letzte Wettkampf in Falun. Und eine vierte WM-Medaille, das musste auch Severin Freund zugeben, wäre nun auch nicht so schlecht: "Ich gebe zu: Die würde ich gerne noch mitnehmen."


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