Sonntag, 04.01.2015

Vor Heimrennen in Oberhof

Gössner verliert Weltcup-Stammplatz

Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner hat ihren Stammplatz im Weltcupteam der deutschen Biathleten verloren und muss mehr denn je um ihre WM-Teilnahme kämpfen. Auf den Tag genau ein Jahr nach ihrem bitterem Olympiaverzicht verkündete der Deutsche Skiverband (DSV) am Sonntag Gössners vorläufige Versetzung in den zweitklassigen IBU-Cup.

Miriam Gössner hat ihren Stammplatz in der deutschen Auswahl verloren
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Miriam Gössner hat ihren Stammplatz in der deutschen Auswahl verloren

Während die formschwache 24-Jährige damit beim Heimweltcup in Oberhof fehlt, soll sie sich ab Freitag im polnischen Duszniki Zdroj endlich wieder Selbstvertrauen holen.

"Diese Entscheidung ist in enger Absprache mit der Athletin und dem Trainerstab gefallen. Miriam konzentriert sich stattdessen auf den IBU-Cup und soll dort die Trainingsleistung im Wettkampf umsetzen. Sie braucht die Wettkämpfe nach wie vor. Wir hoffen, dass sie abseits des Weltcuptrubels ihre Form stabilisieren kann", sagte Frauen-Cheftrainer Gerald Hönig und nominierte Tina Bachmann (Schmiedeberg) statt Gössner.

Erst Ende November war Gössner nach langer Leidenszeit in den Weltcup zurückgekehrt. Sieben Monate musste die dreimalige Weltcupsiegerin pausieren, nachdem sie sich bei einem Fahrradunfall im Frühjahr 2013 mehrere Rückenwirbel gebrochen hatte.

Zeitpunkt der Rückkehr ist offen

Unter Tränen verkündete sie am 4. Januar 2014 ihren Olympiaverzicht und arbeitete im vergangenen Sommer hart an ihrem Comeback.

Doch das kam offensichtlich zu früh. Während Gössner in der Loipe schon wieder nah an die Weltspitze heranlief, machten schwache Schießleistungen gute Platzierungen unmöglich.

Um das Ticket für die WM im finnischen Kontiolahti (5. bis 15. März) zu lösen, muss die Garmischerin entweder noch zweimal unter die Top 15 oder einmal unter die Top 8 im Weltcup kommen. Davon ist die Blondine meilenweit entfernt, der Zeitpunkt ihrer Rückkehr ist offen.

Negativer Höhepunkt in Hochfilzen

Gössners bestes Resultat in diesem Winter ist Rang 51 in der Verfolgung von Östersund. In Hochfilzen und Pokljuka musste sie nach schwachen Resultaten zuletzt bereits jeweils nach einem Rennen abreisen.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Negativer Höhepunkt war eine vergessene Strafrunde im Sprint von Hochfilzen. Nach einer zweiminütigen Zeitstrafe belegte sie nur Platz 93 und vergoss anschließend erneut Tränen.

Hönig sprach anschließend von einem "mentalen Tiefschlag". Diese sollen künftig unbedingt vermieden werden. Gössner wird deswegen vor den Heimrennen in Oberhof (7. bis 11. Januar) und Ruhpolding (14. bis 18. Januar) aus dem Rampenlicht genommen. Stattdessen soll sie in der 2. Liga des Biathlons ungestört an ihrer Form arbeiten. "Ich will in dieser Saison gerne alle Rennen laufen, das ist schon mein Ziel", hatte Gössner kürzlich noch gesagt.

"Will mich immer weiter verbessern"

Doch daraus wird nichts. Die Folgen ihres Horror-Unfalls schränken die Ex-Weltmeisterin weiter ein. "Es ist nicht so, dass ich Probleme mit dem Kopf habe", sagte Gössner, "sondern ich habe wirklich Lust zu laufen und ich will mich immer weiter verbessern."

Sie habe sich damit abgefunden, dass es nur mit ganz kleinen Schritten nach vorne geht. Doch Anfang Dezember war sie noch sicher: "Ich glaube, dass ich wieder das erreichen kann, was ich schon geschafft habe." Doch dabei ist wohl noch mehr Geduld gefragt als bislang angenommen.


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