Wintersport

"Richtig viel Sturzpech" für Deutsche

SID
Nicole Fessel wird den fünften Platz in der Gesamtwertung verlieren
© getty

Die deutschen Langlauf-Hoffnungen Nicole Fessel und Denise Herrmann haben auf der dritten Etappe der Tour de Ski eine böse Pleite erlebt. Beim einzigen Sprintwettbewerb in Val Müstair/Schweiz scheiterte die zum Auftakt in Oberstdorf ganz starke Fessel nach einem Sturz kurz vor dem Ziel in der Qualifikation und verlor Platz fünf der Gesamtwertung.

Dass auch Sprint-Ass Denise Herrmann statt im Viertelfinale bäuchlings im Schnee landete, machte das deutsche Desaster beim erneuten Triumph von Norwegens Skikönigin Marit Björgen perfekt.

"Wir haben heute richtig viel Sturzpech gehabt, aber damit müssen wir leben und in den nächsten Tagen weiter angreifen", sagte Bundestrainer Frank Ullrich dem "SID" nach der verkorksten dritten Etappe: "Denise hätte heute sicher die Chance auf das Finale gehabt, und Nicole hätte für die Gesamtwertung einige wertvolle Punkte holen können."

Die 31 Jahre alte Fessel, die ihren fünften Platz im Gesamtklassement verlor und nur noch Elfte ist, hatte sich kurz vor dem Ziel des nur 1,4 km langen, aber überaus tückischen Sprint-Prologs mit ihren Ski verhakt und war zu Fall gekommen - der Allgäuerin fehlten schließlich auf Platz 45 rund fünf Sekunden zum Sprung unter die besten 30.

Der 26 Jahre alten Herrmann (Oberwiesenthal), in der Vorsaison fünfmal auf dem Sprint-Podium, wurde die letzte Kurve zum Verhängnis - als 44. musste die Blondine frustriert von dannen ziehen.

"Ein bisschen unkonzentriert"

"Nicole hat zuviel gewollt, war auch ein bisschen unkonzentriert", sagte Ullrich: "Denise ist auf eine Eisplatte gepaart mit Tiefschnee gekommen - da macht man wenig."

Nicht zu schlagen im Graubündner Münstertal war Norwegens Überfliegerin Björgen, die nach ihren beiden Erfolgen in Oberstdorf ihren dritten Tagessieg abstaubte. Ihr erster Tour-Gesamtsieg ist der zwölfmaligen Weltmeisterin, die ihren 87. Erfolg im Weltcup verbuchte, schon jetzt kaum noch zu nehmen - zumal Vorjahressiegerin Therese Johaug (Norwegen) bereits im Viertelfinale hängenblieb.

Kaum besser als für Fessel und Herrmann lief es für die weiteren deutschen Athletinnen. Hanna Kolb (Buchenberg/11.) zog zwar als starke Fünfte ins Halbfinale ein, dort ging der 23-Jährigen aber die Puste aus. Lucia Anger (Oberstdorf) und Sandra Ringwald (Schönwald) verabschiedeten sich eine Runde zuvor - Ringwald passenderweise nach einem Sturz in der Zielkurve.

Männer im Viertelfinale chancenlos

Auch die beiden besten deutschen Männer waren im Viertelfinale chancenlos, Tim Tscharnke (Biberach) und Thomas Bing (Dermbach) wurden in ihren Läufen jeweils Letzte. Bing sorgte dabei für den vierten deutschen Sturz des Tages.

Josef Wenzl (Zwiesel/33.), im Vorjahr Gesamtdritter des Sprintweltcups, scheiterte im fünften Saisonwettbewerb zum vierten Mal in der Qualifikation. Den Tagessieg holte sich der Italiener Federico Pellegrino vor Norwegens Topstar Petter Northug, der damit die Gesamtführung ausbaute. Titelverteidiger Martin Johnsrud Sundby wurde Dritter.

Weiter geht es bei der Tour am Mittwoch und Donnerstag in Toblach/Italien. Gerade beim langen Verfolger am zweiten Wettkampftag muss Fessel nun zum Angriff blasen.

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