Wintersport

Gössner warnt vor Weltcup-Comeback

SID
Miriam Gössner will keine zu großen Erwartungen vor ihrem Comeback schüren
© getty

Ein paar Extra-Meter haben Miriam Gössner noch nie gestört. Selbst bei ihren größten Erfolgen im Biathlon-Zirkus zählten Umwege über die Strafrunden zu den alltäglichen Ereignissen. Die Versetzung in den zweitklassigen IBU-Cup sah Gössner daher als Chance - und nutzte sie eindrucksvoll.

Nach drei Siegen in vier Rennen startet sie am Freitag im italienischen Antholz wieder auf der großen Weltcup-Bühne.

"Der Start in Polen und in Ridnaun war die richtige Entscheidung. Es war schön zu sehen, dass es auch am Schießstand noch funktioniert. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben", sagte Gössner, warnte jedoch vor zu hohen Ansprüchen an ihre Rückkehr: "Die Erwartungen müssen auch in Antholz realistisch bleiben. Der Weg zurück in die Weltspitze ist kein leichter."

Mit Erwartungen kennt sich Gössner allerdings ähnlich gut aus wie mit Strafrunden. Schon früh galt die pfeilschnelle, aber wenig treffsichere Blondine als legitime Nachfolgerin der Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner.

"Total durch den Wind"

Ein Fahrradunfall vor zwei Jahren warf Medienliebling Gössner jedoch aus der Bahn, das Comeback gestaltet sich zäh.

"Man hat gemerkt, dass sie irgendwie total durch den Wind ist", sagte Neuner, früher Gössners Zimmerkollegin im Weltcup. Den Umweg über den IBU-Cup mit Stationen in der polnischen Provinz und in Südtirol begrüßte die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver daher ausdrücklich.

"Für sie war es jetzt wichtig, Wettkämpfe zu absolvieren, ohne diesen Druck von außen zu haben", sagte Neuner: "Das Schießergebnis mit einem Fehler in Ridnaun hat gezeigt, dass sie jetzt vielleicht ein bisschen mehr Sicherheit hat."

Sicherheit, über die sich auch Bundestrainer Gerald Hönig freut, der Gössners "Strafrunde" durch den IBU-Cup angeordnet hatte. "Die Erfolge waren wichtig für sie, sie geht gestärkt in die anstehenden Weltcup-Rennen", sagte Hönig.

Läuferisch könne Gössner längst wieder mit der Weltspitze mithalten, "dennoch dürfen wir nicht zu schnell zu viel von ihr erwarten".

Keine Sonderregelung für Gössner

Etwas mehr als der 51. Platz in Östersund, Gössners bislang beste Weltcup-Platzierung in diesem Winter, sollte es in Antholz aber schon sein.

Nur ein Resultat unter den besten 60 im Sprint qualifiziert sie für die anschließende Verfolgung. Neuner traut ihr das durchaus zu. "Sicher wird die Miri jetzt nicht hierher kommen und einen Weltcup gewinnen. Aber sie hat vielleicht schon die Chance, unter die ersten 20 zu laufen."

Selbst damit wäre allerdings die Norm für die WM im finnischen Kontiolahti (2x Top 15 oder 1x Top 8) noch nicht in Reichweite.

Eine Sonderregelung wird es für Gössner voraussichtlich nicht geben, auch Neuner spricht sich dagegen aus: "Ich denke, dass sich das jeder irgendwo selbst erarbeiten muss. Der Miri tut man keinen Gefallen, wenn man ihr alles schenkt."

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