Mittwoch, 28.01.2015

Liebers starker Fünfter

Fernandez vor Titelverteidigung

Peter Liebers pustete erleichtert durch, seine Trainerin Viola Striegler hüpfte begeistert hinter der Bande des Stockholmer Globen: Mit einem nie erwarteten fünften Platz nach dem Kurzprogramm ist der Berliner Student der Biotechnologie in die Eiskunstlauf-Europameisterschaften gestartet.

Javier Fernandez liegt als Titelverteidiger erneut in Führung
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Javier Fernandez liegt als Titelverteidiger erneut in Führung

"Ich erster Linie wollte ich ohne große Fehler bleiben. Das ist mir auf jeden Fall gelungen", sagte Liebers, der auf seinen vierfachen Toe-Loop sicherheitshalber noch verzichtet hatte.

Nicht ganz so gut lief es am Abend für die deutschen Eistanz-Meister Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi. Die beiden Oberstdorfer wurden mit ihrem Paso Doble nach kleinen Fehlern mit 61,98 Punkten auf Rang acht eingestuft. An die Spitze setzten sich die Franzosen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron (71,06) vor Jelena Ilinitsch und Ruslan Schigantschin aus Russland (69,94) sowie den italienischen Titelverteidigern Anna Cappellini und Luca Lanotte aus Italien (69,63).

Seinem dritten EM-Titel in Folge läuft Javier Fernandez entgegen. Der Vorjahressieger aus Spanien war in der nur spärlich besetzten Globen mit 89,24 Punkten eine Klasse für sich. Der Vorsprung des Olympiavierten in der Kür-Entscheidung am Freitag (18.00 Uhr) wäre noch deutlicher ausgefallen, wenn ihm die Landung des vierfachen Salchow sauber gelungen wäre.

Trainingsrückstand nicht bemerkbar

Dem Schützling von Trainer Brian Orser am nächsten kamen der Russe Sergej Woronow (81,06) und Michal Brezina aus Tschechien (80.86). Seine Medaillenchancen wahrte aber auch Ex-Europameister Florent Amodio aus Frankreich (74,06).

Katarina Witt bei Olympia 1988 in Calgary
Katarina Witt (r.) vs. Debi Thomas: Beide treten in Calgary 1988 zur selben Kürmusik aus der Oper "Carmen" an
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Immer an Katis Seite: Jutta Müller, die die Chemnitzerin trainierte, seit sie elf Jahre alt war
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Thomas' vermeintlich einfaches Rezept für den Weg vom letzten Training zum Olympischen Ruhm: Vier Minuten und fünf Dreifach-Sprünge
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Stattdessen versagen Thomas die Nerven! Drei ihrer fünf Dreifachen gehen daneben, sie weint an der Schulter ihres Coaches Alex McGowan
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Ganz anders die Deutsche: Nach der Pflicht noch auf Platz drei tanzte sie sich mit Charme, Eleganz und vier Dreifachen zu Gold
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Damit verteidigte Witt erst als zweite Eiskunstläuferin nach Dreifach-Olympiasiegerin Sonja Henie Olympisches Gold
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Damit verteidigte Witt erst als zweite Eiskunstläuferin nach Dreifach-Olympiasiegerin Sonja Henie Olympisches Gold
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Nur Bronze: Thomas (r.) lächelte tapfer, musste aber sogar noch Lokalmatadorin Elizabeth Manley an sich vorbeiziehen lassen
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Nur Bronze: Thomas (r.) lächelte tapfer, musste aber sogar noch Lokalmatadorin Elizabeth Manley an sich vorbeiziehen lassen
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Liebers kam auf 75,48 Zähler. Dass der 26 Jahre alte Olympia-Achte von Sotschi mit diesen Klasseläufern mithalten konnte, war angesichts der Vorgeschichte des letztjährigen WM-14. eine dicke Überraschung. Denn wegen einer Schulteroperation im Herbst hatte Liebers fast zwei Monate mit dem Training aussetzen müssen. Bei den deutschen Meisterschaften im Dezember in Stuttgart gab er vor der Kür auf.

In der schwedischen Hauptstadt jedoch war Liebers von diesem Trainingsrückstand nichts mehr anzumerken. Der dreifache Lutz gelang ebenso souverän wie die Dreifach-Dreifach-Kombination aus Flip und Toe-Loop. Nur die Landung des dreifachen Lutz musste er mit der Hand abstützen.

"Schon ein bisschen nervös"

Zufrieden sein durfte auch der deutsche Meister Franz Streubel. Der in Oberstdorf trainierende Sportsoldat kam zu Klaviermusik von Peter Tchaikovski mit der Saisonbestleistung von 64,45 Punkten auf den 13. Platz, bei seinem EM-Debüt vor einem Jahr war der 23-Jährige 15. geworden.

Dabei war der Schützling von Trainerin Annett Pötzsch nach eigenem Bekunden "schon ein bisschen nervös": "Irgendwie haben sich meine Beine ein wenig wackelig angefühlt."

Noch überfordert bei ihrem EM-Debüt im Eistanz waren Jennifer Urban aus Oberstdorf und der Dortmunder Sevan Lerche. Mit 43,07 Punkten verpassten sie als 21. das Kürfinale am Donnerstag (18.30 Uhr) knapp. Bereits ab 11.00 Uhr werden die europäischen Titelkämpfe mit dem Kurzprogramm der Damen fortesetzt.


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