DSV-Rennläuferinnen enttäuschen erneut

Shiffrin triumphiert in Zagreb

SID
Sonntag, 04.01.2015 | 13:43 Uhr
Mikaela Shiffrin war die überragende Fahrerin beim Slalom in Zagreb
© getty
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DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier schüttelte im Zielraum fassungslos den Kopf: Beim triumphalen Sieg von Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin boten seine Rennläuferinnen wieder nur ein Bild des Jammers. Barbara Wirth aus Lenggries belegte beim Slalom im kroatischen Zagreb als beste Deutsche mit 6,76 (!) Sekunden Rückstand auf die entfesselt fahrende Shiffrin, die in 1:56,66 Minuten in ihrer eigenen Liga fuhr, weit abgeschlagen nur einen indiskutablen 21. Platz. Lena Dürr (Germering/8,06) wurde 22.

"Das ist sicherlich kein Niveau, wo man sagen kann, man muss keine Aufbauarbeit leisten. Das ist sicher zu schlecht", kritisierte ein maßlos enttäuschter Maier sein Frauen-Team. Vier Wochen vor den Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek (2. bis 15. Februar) hat außer Viktoria Rebensburg noch keine Läuferin des Deutschen Skiverbandes (DSV) die WM-Norm (einmal unter den Top acht oder zweimal unter den 15) auch nur ansatzweise erfüllt.

Dass in Mirela Gutierrez am Sonntag sogar eine Läuferin aus Andorra vor Wirth und Co. lag, fand Maier zwar einen "total bescheuerten Ansatz" - es zeigte aber die traurige Realität bei den DSV-Damen im Jahr eins nach Maria Höfl-Riesch. "Da spielt alles zusammen, da fehlt die Selbstsicherheit, an den Anschlag zu gehen", sagte Maier zu den Gründen für die anhaltende Frauen-Krise.

"Wenig Selbstvertrauen"

Es sei "offensichtlich, dass wir wenig Selbstvertrauen haben, wenn du kein Ergebnis hast. Es fehlen die Sicherheit und die Lockerheit. Jeder von uns will, aber es ist brutal schwer", fügte Wirth mit hängendem Kopf an.

Der Slalom der Frauen in Zagreb im RE-LIVE

Den Technikerinnen bleibt beim Slalom in Flachau am 13. Januar nur noch eine Chance, um neben Rebensburg doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Wegen des Teamwettbewerbs bei der WM wird Maier aber auf jeden Fall eine zweite Starterin nominieren (müssen). Bislang war Platz 18 von Christina Geiger in Aspen das beste Resulat des Winters im Slalom gewesen.

Geiger (Oberstdorf) war in Zagreb im ersten Lauf aber ebenso ausgeschieden wie Maren Wiesler (Münstertal) und Marina Wallner (Inzell). Susanne Weinbuchner (Lenggries) hatte als 35. den zweiten Durchgang nicht erreicht. Maier hatte schon vor dem Jahreswechsel von einem "richtigen Tief" gesprochen.

Shiffrin im Höhenflug

Dagegen befindet sich Shiffrin im Höhenflug. Sechs Tage nach ihrem Sieg in Kühtai deklassierte die 19-Jährige ihre Konkurrenz in Zagreb. Die Österreicherin Kathrin Zettel lag als Zweite schon 1,68 Sekunden zurück, Nina Loseth aus Norwegen gar 2,79. "Es ist unglaublich. Das Fahren hier hat wirklich Spaß gemacht", sagte die Slalom-Olympiasiegerin von 2014 nach ihrem elften Weltcup-Erfolg im Slalom - dem zwölften insgesamt - freudestrahlend.

Am Dienstag (15.05 Uhr/18.10 Uhr) starten die Männer beim Slalom in Zagreb. Dann wollen Felix Neureuther, zuletzt Sieger in Madonna, und Fritz Dopfer wieder ganz nach vorne fahren. "Warum sollen wir nicht diesen Anspruch haben?", meinte Maier trotzig.

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