Martini gewinnt Weltcup in Königssee

SID
Freitag, 16.01.2015 | 19:33 Uhr
Cathleen Martini (l.) jubelt über ihren Sieg in Königssee
© getty
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Am Ort ihres WM-Triumphs von 2011 trommelte Cathleen Martini vor Freude wild auf ihren Bob und strahlte auf dem Podest so ausgelassen wie lange nicht mehr. Völlig überraschend hat sich die 32-Jährige in der bislang unglücklich verlaufenden WM-Saison eindrucksvoll zurückgemeldet und den Weltcup in Königssee gewonnen.

Zusammen mit Lisa Buckwitz (Potsdam) siegte sie am Freitag dank zwei starker Läufe in 1:41,88 Minuten und machte ihrer Mutter auf der Tribüne das schönste Geburtstagsgeschenk.

"Für mich ist das toll, dass ich mich im zweiten Lauf so behauptet habe. Der Sieg ist gut für die Seele, das baut mich auf", sagte Martini in der ARD. Anja Schneiderheinze/Annika Drazek (+ 0,08) auf dem dritten Platz rundeten das starke deutsche Ergebnis ab, Rang zwei ging an Elfje Willemsen/Annelies Holthof aus Belgien (+ 0,04 Minuten).

Martina lag nach ihren Rennen in 50,93 und 50,95 Sekunden vor der letzten Starterin in Führung. Doch Seriensiegerin Elana Meyers Taylor, die im ersten Durchgang den Bahnrekord um 1,08 Sekunden verbessert und in Führung gelegen hatte, geriet im zweiten Lauf in Schieflage und verhinderte nur mit Mühe einen Sturz. Letztlich musste sie die Amerikanerin sich mit dem sechsten Rang zufriedengeben (+ 0,63). "Ich habe gar nicht richtig mitbekommen, dass sie umgefallen war. Ich hoffe, sie verkraftet das und es geht ihr gut", sagte Martini, deren Moral durch den Triumph gestärkt wurde.

Erst verspätet ins Weltcup-Team

Vor der Saison war sie an den neuen Startzeit-Normen des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland gescheitert, die der BSD nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Sotschi ohne deutsche Medaille eingeführt hatte. Erst Anfang Januar gelang ihr nachträglich der Sprung ins deutsche Weltcup-Team. "Es waren anstrengende drei Monate bis Dezember", sagte Martini, "es gab viele Rückschläge".

Nun weckte die Oberbärenburgerin Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden bei der Heim-WM in Winterberg im Februar und März - und gesellt sich damit zu Schneiderheinze. Die Erfurterin zeigte erneut eine souveräne Vorstellung und rechnete ihrer Anschieberin Annika Drazek einen großen Anteil am Erfolg zu. "Sie ist eine absolute Startrakete, ihr habe ich das zu verdanken", sagte Schneiderheinze.

Für eine Schrecksekunde hatten im ersten Lauf die Amerikanerinnen Jamie Greubel Poser und Lauryn Williams gesorgt, die im Labyrinth der Kunsteisbahn schwer stürzten. Die beiden Medaillengewinnerinnen der Winterspiele in Sotschi verließen ihren Bob aus eigener Kraft und blieben von schweren Verletzungen offenbar verschont, der Wettkampf wurde aber für rund zehn Minuten unterbrochen.

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